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Inflation: Teuerungsrate steigt erneut – Menschen sind in großer Sorge

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Von: Moritz Serif

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Die Inflation ist schon wieder gestiegen. In Deutschland stellt die Angst vor der Teuerung nach einer aktuellen Umfrage die größte Sorge der Menschen da.

Berlin – Die Politik bekommt die Inflation einfach nicht in den Griff: Laut neusten Daten der Bundesbank erhöht sich die erwartete Teuerungsrate für das nächste Jahr von 7 auf 7,5 Prozent, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2019. Vor einem Jahr lag sie noch bei etwas mehr als drei Prozent.

Die hohe Inflation ist einer aktuellen Umfrage des Versicherers Allianz zufolge derzeit die größte Sorge der Menschen in Deutschland. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) von gut 1000 Befragten nannten in einer Erhebung die Teuerung als größte Angst. 84 Prozent der Befragten rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit weiter steigenden Inflationsraten, nur 5 Prozent erwarten eine rückläufige Teuerung.

Inflation auch in Frankreich und Italien Thema

Auch in Frankreich nannten 57 Prozent der Befragten die Inflation als Sorge. Allerdings ist dort die Gesundheitsversorgung das dringlichste Thema der Menschen. Die Italiener sorgen sich der Umfrage zufolge vor allem um Jobs und die allgemeine wirtschaftliche Lage (71,7 Prozent) und führen erst an vierter Stelle die Preisentwicklung an (43,3 Prozent).

Die EZB bekommt die Inflation nicht in den Griff.
Die EZB bekommt die Inflation nicht in den Griff. © Frank Rumpenhorst/dpa/picture alliance

Die feste Verankerung der Inflationserwartungen gilt als wichtiges Ziel der Geldpolitik, die vor allem über die Steuerung von Erwartungen funktioniert. Lösen sich die Erwartungen aus ihrer Verankerung, drohen hohe Lohnforderungen, die wiederum Unternehmen zu Preiserhöhungen veranlassen können. Ökonomen sprechen von einer Lohn-Preis-Spirale.

EZB kann Inflationsrate von zwei Prozent nicht halten

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum mittelfristig eine Teuerung von zwei Prozent an. Tatsächlich betrug die Inflation im Juni aber 8,6 Prozent - ein Rekordwert seit Einführung des Euro. Ausschlaggebend sind vor allem hohe Preissteigerungen von Energie und Rohstoffen sowie von vielen Vorprodukten.

Die EZB hat zwar Zinsanhebungen zur Dämpfung der Inflation angekündigt. Viele andere Notenbanken haben aber bereits gehandelt und ihre Leitzinsen mehrfach sowie deutlich angehoben. Kanzler Olaf Scholz stimmte die Menschen in Deutschland im Rahmen der konzentrierten Aktion bereits auf eine lange Krise ein. (mse/dpa)

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