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49 Euro weniger Kaufkraft im Monat: Inflation trifft Rentner besonders hart

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Von: Lisa Mayerhofer

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Das Entlastungspaket der Ampel soll vor allem Menschen mit geringem Einkommen unterstützen. Rentner profitieren jedoch kaum, während sie höhere finanzielle Belastungen stemmen müssen.

Berlin – Im Juli gibt es zwar eine deutliche Rentenerhöhung für alle Ruheständler – doch die immer weiter steigende Inflation macht diese so gut wie zunichte. Die hohen Energie- und Lebensmittelpreise setzen Menschen mit geringem Einkommen stark unter Druck. Nach einer Umfrage im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hat inzwischen mehr als ein Viertel der Bevölkerung große Angst, mit dem Geld nicht mehr auszukommen. 

Rentner leider unter Inflation – und profitieren kaum vom Entlastungspaket

Um die Folgen der Inflation abzufedern, hat die Bundesregierung deshalb Entlastungspakete für die Bürger geschnürt. Dabei gehen die Rentner aber ziemlich leer aus. Sie profitieren unter anderem nicht von der Energiepreispauschale oder dem Kinderbonus. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat aktuell noch einmal nachgerechnet, inwieweit die Maßnahmen die Wirkung der Inflation auf den Geldbeutel der Verbraucher abmildern können.

Für Familien in der Grundsicherung ist die Entlastung demnach am höchsten, bei auf Sozialhilfe angewiesenen Paaren mit zwei Kindern liegt sie sogar bei 91 Prozent. Auch Familien mit geringem und mittlerem Einkommen profitieren ordentlich von den Maßnahmen des Entlastungspakets – sofern beide Elternteile berufstätig sind und somit die Energiepreispauschale erhalten.

Rentner mit geringem Einkommen: Entlastung von gerade einmal zehn Prozent

Anders sieht es dagegen bei den Bürgern aus, die Rente beziehen: Alleinlebende Ruheständler ohne Wohngeld, deren Einkommen bei unter 900 Euro netto im Monat liegt, erhalten laut IMK-Berechnungen nur eine Entlastung von gerade einmal zehn Prozent. Die Mehrausgaben liegen in diesem Fall bei 657 Euro im Monat, während die Entlastung nur 69 Euro beträgt, wie merkur.de berichtet.

Das heißt, alleinlebende Rentner mit niedrigem Einkommen und ohne Wohngeld müssen eine Belastung von 588 Euro im Jahr zusätzlich stemmen, berichtet das ZDF unter Berufung auf die IMK-Zahlen. Das sind 49 Euro im Monat. Zum Vergleich: Die Familie in der Grundsicherung erhält eine Entlastung von 850 Euro; ihr bleibt eine Belastung 81 Euro. Bei einer Familie mit 3.600 bis 5.000 Euro Nettoeinkommen pro Monat beläuft sich die Belastung auf 890 Euro – bei einer Entlastung von 1.036 Euro.

Viele Ruheständler beziehen eine kleine Rente: Fast 600.000 von ihnen erhalten weniger als 1000 Euro Rente im Monat. Das IMK spricht zusammenfassend von einer „im Großen und Ganzen umfangreichen und sozial weitgehend ausgewogenen Entlastung“ durch die Maßnahmen der Bundesregierung. Nur bei den Rentnern gebe es eine „soziale Schieflage.“ Die Forscher haben übrigens schon im April die Wirkung des Entlastungspakets das erste Mal durchgerechnet – damals fielen die Entlastungen noch höher aus. (dpa/lma)

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