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Inflation trifft Hartz IV: „6 Tage kein Geld für Essen“

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Von: Moritz Serif

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Hartz IV-Sätze gelten wegen der Inflation als zu niedrig. Viele Menschen müssen zur Tafel gehen (Archivbild).
Hartz IV-Sätze gelten wegen der Inflation als zu niedrig. Viele Menschen müssen zur Tafel gehen. (Archivfoto) © Christophe Gateau/dpa/picture alliance

Hartz IV ist in Zeiten von Inflation und steigenden Preisen viel zu niedrig. Eine Politikerin warnt, dass Beziehenden Geld für Lebensmittel fehlt.

Berlin – Die Menschen in Deutschland bekommen die Inflation immer kräftiger zu spüren. Laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung müssen Bürgerinnen und Bürger mit 100-250 Euro Mehrausgaben pro Monat rechnen. Doch was ist mit Hartz IV-Beziehenden?

Deren Beitragssätze sind umstritten und gelten als viel zu niedrig. Auf eine Anfrage der Fraktion der Linken antwortete die Bundesregierung, dass zwischen November 2020 und Oktober 2021 im Schnitt 95.000 Haushalte nicht die vollen Heizkosten erstattet bekamen. Es habe sich um durchschnittlich 36 Euro pro Monat gehandelt. Trotz Energiekrise.

Hartz 4: Empfangenden fehlt Essen im Monat

Jessica Tatti, Linken-Sprecherin für Sozialpolitik im Bundestag, hatte bei Twitter vorgerechnet, dass die Inflation für Hartz IV-Empfangende aktuell 7,4 Prozent betrage. Es würden 33 Euro im Monat fehlen. Täglich seien 5,19 Euro für Essen pro Tag veranschlagt. Durch die Inflation hätten die Menschen sechs Tage lang im Monat gar kein Essen.

Tatti hatte bereits Ende Mai angemerkt, dass die Sonderzahlungen „völlig unzureichend“ seien. Das Geld reiche „nicht ansatzweise aus, um den massiven Kaufkraftverlust für Menschen in der Grundsicherung auszugleichen“, sagte sie. Der Staat müsse eine „ehrliche Neuberechnung der Regelbedarfe ohne Tricks, aber mit Inflationsausgleich“ vornehmen, forderte die Linken-Sprecherin. (mse)

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