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Inflation erreicht nächsten Rekordwert: Verbraucherpreise steigen um 8,9 Prozent

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Von: Moritz Serif

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Die Inflation in der Eurozone hat einen neuen Höchststand erreicht.
Die Inflation in der Eurozone hat einen neuen Höchststand erreicht. © Joel Carrett/dpa/picture alliance

In der Eurozone steigt die Inflation weiter an. Zuvor erklärte das ifo-Institut, dass die Teuerungsrate in Deutschland ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht habe.

Luxemburg - Die Inflation in der Eurozone hat sich im Juli beschleunigt und abermals einen Rekordwert erreicht. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um 8,9 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Dies ist die höchste Rate seit Einführung des Euros als Buchgeld 1999. Im Vormonat waren die Verbraucherpreise um 8,6 Prozent gestiegen. Expert:innen hatten eine Beschleunigung auf 8,7 Prozent erwartet.

Getrieben wurde die Teuerung erneut durch die Energiepreise, die sich zum Vorjahresmonat um 39,7 Prozent erhöhten. Der Anstieg war etwas schwächer als im Vormonat. Dafür nahm der Preisauftrieb bei Lebens- und Genussmitteln von 8,9 auf 9,8 Prozent zu.

Inflation: In den baltischen Staaten verteuert sich das Leben am meisten

Die Kerninflation, bei der besonders schwankungsanfällige Preise von Energie, Lebens- und Genussmitteln nicht berücksichtigt werden, stieg von 3,7 auf 4 Prozent. Die höchsten Inflationsraten im Währungsraum wiesen mit mehr als 20 Prozent erneut die drei baltischen Staaten auf.

In Deutschland betrug die nach europäischen Standards berechnete Inflationsrate 8,5 Prozent. Das Statistische Bundesamt rechnet nach vorläufigen Zahlen vom Donnerstag dagegen mit einem leicht verlangsamten Anstieg der Verbraucherpreise um 7,5 Prozent, also einen Prozentpunkt weniger. Grund sind unterschiedliche Berechnungsgrundlagen.

Ifo-Institut: Inflation hat vorläufigen Höhepunkt erreicht

Nach Einschätzung des Ifo Instituts hat die Inflation ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Dennoch sind die Menschen in Deutschland wegen der Teuerungsrate in Sorge. Der Anteil der Unternehmen, die in den kommenden drei Monaten ihre Preise erhöhen wollen, sei im Juli das dritte Mal in Folge gesunken, erklärte das Institut am Donnerstag unter Verweis auf eine Umfrage. „Die Preise dürften zwar weiter steigen, allerdings wird sich das Tempo verlangsamen“, erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Ausnahme sei die Lebensmittelbranche: Hier sei „noch kein Ende der spürbaren Verteuerung in Sicht“, erklärte das Institut. Wie bereits in den Vormonaten hätten alle befragten Händler angegeben, ihre Preise anheben zu wollen. Die Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Ramona Pop, forderte daher die vorübergehende Abschaffung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.

Mehrwertsteuer auf Lebensmittel wegen Inflation abschaffen?

Der finanzpolitische Sprecher der FDP, Markus Herbrand, lehnte dies ab. „Im Zweifel wird das auch genau bei denen landen, die durch die Inflation am wenigsten getroffen sind“, sagte er im ARD-Mittagsmagazin. Grundsätzlich lehnte der FDP-Politiker weitere Entlastungspakete für die Bürgerinnen und Bürger ab. (mse/dpa/afp)
 

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