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Inflation in der Euro-Zone beschleunigt sich
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Inflation in der Euro-Zone beschleunigt sich

Preise steigen auf Zweijahreshoch

Inflation in der Euro-Zone wächst rasant

  • VonStephan Kaufmann
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Schlechte Nachrichten für Verbraucher: Die Preise steigen in der EU immer schneller. Steuererhöhungen und teure Rohstoffe befeuern die Teuerung. Droht nun eine Inflationsspirale?

In der Euro-Zone ist die Inflationsrate im Januar auf 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat geklettert. Laut Europas Statistikamt Eurostat erreichte die Teuerung zuletzt im Oktober 2008 einen derart hohen Wert. Droht nun eine Inflationsspirale?

Muss die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen erhöhen, um eine galoppierende Geldentwertung zu stoppen? Wie sich die Teuerung in den nächsten Monaten entwickeln wird, ist noch unsicher. Sicher ist jedoch: Die EZB sollte und kann die Zinsen niedrig lassen.

Alles spricht dafür: Erstens ist die Konjunktur in Ländern wie Deutschland zwar stark. Viele Euro-Staaten aber sitzen noch tief in der Krise: Die Ökonomien von Griechenland, Portugal, Irland und Spanien könnten eine Zinserhöhung und damit eine Verteuerung von Krediten derzeit kaum verkraften. Ihre Wirtschaft würde schrumpfen und die Schuldenlast damit immer schwerer. Zudem hängen europaweit noch viele Banken von den billigen Krediten der EZB ab, da sie am freien Geldmarkt nur schwer an Darlehen kommen. Zinserhöhungen könnten hier Schieflagen produzieren – mit unabsehbaren Folgen.

Regierungen als Preistreiber

Zweitens sind die aktuellen Preistreiber zum einen Regierungen, die Steuern erhöhen, um ihre Haushalte aufzubessern. Zum anderen haben sich Energie und Nahrungsmittel durch den globalen Aufschwung drastisch verteuert. So kostet Rohöl ein Viertel mehr als vor einem halben Jahr. Gegen Preissprünge an den Rohstoffmärkten oder Mehrwertsteuererhöhungen kann die EZB mit einer Zinsanhebung aber nichts ausrichten.

Drittens: Die Kernteuerung – also die Inflationsrate ohne Energie- und Agrargüterpreise – liegt weiter niedrig. Damit sie steigt, bräuchte es in Europa eine starke Erhöhung der zahlungskräftigen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, letztlich also eine steigende Kaufkraft der Bevölkerung. Dies jedoch ist derzeit – außer in Deutschland – nicht abzusehen.

Denn die aktuelle Teuerung bei Energie und Lebensmitteln entzieht den Verbrauchern zunächst Kaufkraft. Ihnen bleibt weniger Geld für andere Anschaffungen. Starke Lohnerhöhungen sind indes unwahrscheinlich: Die Arbeitslosenrate der Euro-Zone liegt mit mehr als zehn Prozent sehr hoch, dies begrenzt die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften.

Das spüren auch die Unternehmen: Der Anstieg der Arbeitskosten im Euroraum liegt mit 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf einem historischen Tief. Zudem haben die Europäer kaum Bedarf an frischem Geld, das Geldmengenwachstum ist verhalten und die Kreditnachfrage schwach: Im Dezember sanken die Kredite an Unternehmen gegenüber dem Vormonat sogar um 0,5 Prozent.

Länder auf Sparkurs

Ein Konjunkturboom, der EZB-Zinsanhebungen nötig machen würde, steht derzeit nicht auf der Agenda. Denn die meisten Länder der Währungsunion sind auf Sparkurs eingeschwenkt. Der EZB-Rat wird daher am Donnerstag den Leitzins als „immer noch angemessen“ beurteilen, die Preisentwicklung genau im Auge behalten und insgeheim hoffen, dass sich die Teuerungsrate im Jahresverlauf zurückbildet.

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