Die Pharmabranche wächst

Immun gegen die Krise

Wenn etwas gegen Krankheiten immun ist, dann die Pharmabranche. Sie wächst und wächst. Allenfalls eine krisenbedingte Sparsamkeit der Krankenkassen kann ihren Optimismus trüben. Von Roland Bunzenthal

Von ROLAND BUNZENTHAL

Die Pharmabranche scheint immun zu sein gegen die Krise. Nach dem Motto "krank werden die Leute immer", kann allenfalls krisenbedingte Sparsamkeit der Krankenkassen ihren Optimismus trüben. Ab und zu steigt sogar der Bedarf: So verschafft die drohende Schweinegrippe dem Schweizer Konzern Roche einen Ansturm auf sein Medikament Tamiflu.

Der Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller rechnet 2009 erneut mit einem Umsatzzuwachs in ähnlicher Größenordnung wie 2008. Da verbuchte die Branche ein Wachstum von 3,8 Prozent auf 36,8 Milliarden Euro.

Verbandschef Wolfgang Plischke beruft sich auf eine Umfrage, in der zwei Drittel der Mitgliedsfirmen über einen "moderaten" Anstieg der Umsätze berichten. Dennoch sank die Zahl der Pharma-Beschäftigten um rund 3500 auf 88 000.

Auch die Quartalszahlen der Pharmakonzerne zeigen, dass der Arznei-Konsum weitgehend konjunkturunabhängig verläuft. Bei Bayer büßte das Grippemittel Avalox "aufgrund der schwachen Grippesaison in den USA" (Finanzbericht) deutlich ein - vor Ausbruch der Seuche.

Erfolg mit Krebsmittel

"Erfreulich" aus Sicht des Konzerns dagegen das Krebsmittel Nexavar, das 28 Prozent mehr erlöste. Krisenspuren zeigen sich allenfalls bei den rezeptfreien Medikamenten, die der Patient aus eigener Tasche bezahlen muss. Aushängeschild Aspirin etwa sank um 16 Prozent. Insgesamt legte die Bayer-Pharmasparte zwischen Januar und März jedoch um 4,8 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu.

Viel hängt für die Branche vom Erfolg ihrer Forschung ab. So stellt Sanofi-Aventis gerade 14 fehlgeschlagene Entwicklungsprojekte ein. Dennoch sorgten unter anderem das in Frankfurt produzierte Diabetesmittel Lantus und das Krebsmittel Taxotere für ein kräftiges Wachstum - plus 2,5 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro.

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