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Immobilien in China: Wankende Hochhäuser

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Von: Hannes Koch

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Sorgen um das Ersparte: Im vergangenen Jahr demonstrierten Menschen, umringt von Polizei, vor dem Evergrande-Hauptquartier in Shenzhen.
Sorgen um das Ersparte: Im vergangenen Jahr demonstrierten Menschen, umringt von Polizei, vor dem Evergrande-Hauptquartier in Shenzhen. © AFP

Der Gebäudesektor in China könnte zum Risiko für die gesamte Weltwirtschaft werden.

Vor dem Hintergrund der chinesischen Immobilienkrise diskutieren führende deutsche Ökonomen über die Gefahr einer neuen globalen Wirtschaftskrise. Vor „einer weltweiten Finanzkrise, vor allem in Schwellenländern wie China“ warnt etwa Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. „China könnte als erster Dominostein fallen, dabei das globale Finanzsystem mitreißen und die Weltwirtschaft in die Knie zwingen“, befürchtet er. Seine Kollegen Clemens Fuest vom ifo-Institut München und Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln machen sich ähnliche Gedanken.

Die weltwirtschaftliche Situation ist nicht einfach: Noch ist die Corona-Pandemie nicht ausgestanden, was besonders die Lieferungen von Konsumgütern, elektronischen Bauteilen und anderen Vorprodukten aus China beeinträchtigt. Hinzu kommen die starken Preissteigerungen unter anderem für Energie, die die Inflation antreiben.

Chinas Immobiliensektor als „Pulverfass“

Besondere Probleme sieht DIW-Chef Fratzscher aber im chinesischen Gebäudesektor, der „zu einem Pulverfass geworden sei. Im jahrzehntelangen Boom haben sich Immobilienkonzerne und private Haushalte massiv verschuldet, weil sie immer weiter steigende Immobilienpreise erwarten.“ So hatte zuletzt der chinesische Baukonzern Evergrande Probleme, seine Schulden zu bedienen. Bald werde die „Insolvenz großer Immobilienkonzerne, einiger staatlicher Banken und die Schließung zahlreicher anderer Staatskonzerne unvermeidbar“, nimmt Fratzscher an.

Die Folgen wären weltweit zu spüren – als Störung der Lieferungen aus China und durch eine geringere Nachfrage der dortigen Firmen und Haushalte nach europäischen Produkten.

Wirtschaftskrise würde auch Deutschland treffen

„Dass Lieferketten beeinträchtigt werden, halte ich nicht für das zentrale Problem“, sagt dagegen ifo-Präsident Clemens Fuest. Allerdings sieht auch er das Problem „sinkender Nachfrage nach Importgütern“. Eine starke Abkühlung der Binnenkonjunktur in China oder gar eine Wirtschaftskrise „würde weltweit viele Länder treffen, auch Deutschland“, so Fuest. Ebenso wie Fratzscher macht er sich Sorgen angesichts der „Über- und Fehlinvestitionen im chinesischen Immobiliensektor“. Diese stellten „in der Tat ein großes Risiko für China und die Weltwirtschaft“ dar.

IW-Chef Michael Hüther weist darauf hin, dass sich die Finanzmärkte wegen der Evergrande-Krise bislang nicht beunruhigt zeigen. Der Grund: Im chinesischen Immobiliensektor stecke wenig ausländisches Kapital. Verluste würden daher auf China beschränkt bleiben. Mit Fratzscher und Fuest ist Hüther sich darin einig, dass eine chinesische Wirtschaftskrise die Nachfrage nach Importen etwa aus Europa verringern könnte. Und diese sorgte dann auch für „Unruhe an den Finanzmärkten“ rund um den Globus.

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