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Der Große Handelssaal der Frankfurter Börse. Fast jeder Zweite räumt in der vom Bundesverband deutscher Banken (Bdb) in Auftrag gegebenen Studie ein, keine Ahnung vom Treiben an den Börsen zu haben.
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Der Große Handelssaal der Frankfurter Börse. Fast jeder Zweite räumt in der vom Bundesverband deutscher Banken (Bdb) in Auftrag gegebenen Studie ein, keine Ahnung vom Treiben an den Börsen zu haben.

Analyse

Immerhin selbstbewusst

  • Markus Sievers
    VonMarkus Sievers
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Viele Deutsche sind überzeugt davon, sich in Finanzfragen auszukennen. Tun sie jedoch nicht. Ändern lässt sich das aber nur schwer.

Wenn die Deutschen sich mit Geldangelegenheiten befassen, mangelt es den meisten nicht an Selbstbewusstsein. Drei Viertel sind laut einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) davon überzeugt, sich in dieser Materie gut auszukennen. Zugleich aber räumt fast jeder Zweite ein, keine Ahnung vom Treiben an den Börsen zu haben. Ebenfalls knapp die Hälfte kann die ungefähre Höhe der aktuellen Inflationsrate benennen. Ein Viertel weiß nicht, was mit dem Begriff gemeint ist. Der beschreibt übrigens das Tempo der Preissteigerung, die in diesem Jahr etwas unter zwei Prozent lag.

Aus all dem folgert der BdB, dass die Verbraucher hierzulande ihre Finanzkompetenz überschätzen. „Es ist bedauerlich, dass sich die Kompetenz der Deutschen in Finanzfragen seit 2014 noch verschlechtert hat“, kommentiert Andreas Krautscheid von der BdB-Hauptgeschäftsführung die Ergebnisse. Bedenklich stimmt, dass bei jungen Leuten unter 30 Jahren das Know-how unterdurchschnittlich ausgeprägt ist. Denn in diesem Lebensalter stehen oft wichtige Entscheidungen an, welche die finanzielle Situation bis in hohe Alter prägen.

Der generelle Befund ist nicht neu. Die Frage bleibt, was sich daran ändern lässt. Eine häufige Forderung lautet, dem Thema Wirtschaft mehr Raum in den Schulen einzuräumen. Dagegen spricht nichts – außer dass die Schüler von heute auch mehr über soziale Netzwerke, die digitale Welt und mehr fremde Sprachen lernen sollen.

Deutsche sparen sich arm

Erst einmal müssten sich die Kultusminister also über eine Entschlackung der Lehrpläne an anderer Stelle verständigen, bevor sie ständig Neues hineinpacken. An dieser Aufgabe hat sich die Politik aber noch immer verbissen. Im Übrigen heißt es von Bildungsexperten unisono, dass die ökonomische Kompetenz der Lehrer nicht gerade überragend sei. Es nützt aber wenig, wenn im Klassenraum halbe Laien ihr Halbwissen verbreiten.

Selbstverständlich hat mangelndes Wissen in Finanzdingen reale Konsequenzen. Die Deutschen sparen sich arm, lautet das Ergebnis zahlreicher Studien. Während Ausländer an den rasanten Kursgewinnen der Konzerne im Deutschen Aktienindex kräftig verdienen, verlieren die Bundesbürger mit Sparbüchern real an Vermögen.

Dieser gängige Befund ist nicht falsch, gibt allerdings nur die halbe Wahrheit wider. Zu der gehört die Tatsache, dass Aktien nur für solche Menschen sinnvoll sind, die es sich leisten können. Man muss genug Geld haben, um Verluste verkraften oder die Papiere sehr lange halten zu können. Die Vorliebe der Deutschen für das Sparbuch erklärt sich nicht allein durch ein (überhöhtes) Sicherheitsbewusstsein, sondern auch und gerade durch die schiefe Vermögensverteilung.

Im Übrigen gehörte in den vergangenen Jahren nicht viel Verstand dazu, um üppige Renditen zu erzielen. Fast alle Vermögensklassen gewannen an Wert. Davon profitierten alle mit dem nötigen Kleingeld – das Finanzwissen spielte eine zweitrangige Rolle. Und dann gibt es noch eine Form der Altersvorsorge, die ganz einfach funktioniert. Das ist die gesetzliche Rente mit durchaus ordentlicher Rendite. Die wird aber entgegen der volkswirtschaftlichen Faktenlage regelmäßig ausgerechnet von denen schlecht geredet, die anderen mangelndes ökonomisches Verständnis vorhalten.

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