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Vereistes Gipfelkreuz auf dem Großen Arber, Bayern. Der Schnee kam spät für diese Saison.
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Vereistes Gipfelkreuz auf dem Großen Arber, Bayern. Der Schnee kam spät für diese Saison.

Freizeit

Immer mehr Elektronik beim Sport

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    VonThomas Magenheim-Hörmann
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Die Deutschen bedienen sich beim Sport zunehmend moderner Elektronik. Besonders beliebt sind die Fitness-Tracker für das Handgelenk.

Karsten Hollasch weiß es besser. „Entgegen anderen Eindrücken ist Deutschland in allen Generationen sportlich aktiv“, sagt der Sportartikelexperte der Unternehmensberatung Deloitte. Pünktlich zur Weltleitmesse der Branche Ispo in München hat er eine Studie gemacht, die das belegt. Kernergebnisse: Gut zwei Drittel aller Bundesbürger halten sich mindestens zwei Stunden die Woche fit, lediglich fünf Prozent sind weniger als eine Stunde in Bewegung. Aktivitäten der Wahl sind vor allem Fitness, Radfahren und Schwimmen. Fußball als vermeintlicher Volkssport Nummer eins rangiert an fünfter Stelle.

Das zeigt sich auch beim Konsum: Mehr als jeder zweite Deutsche kauft laut Branche pro Jahr minimal zwei bis vier neue Sportartikel, was mit einigen hundert Euro zu Buche schlägt.

Auch für den traditionellen Handel hat Hollasch eine gute Nachricht. Während sich im Laden hier zu Lande nur sieben Prozent aller Verbraucher über Sportartikel informieren, um dann online zu kaufen, suchen und vergleichen anders herum 30 Prozent die Produkte im Netz, um sie dann im Laden zu kaufen. Nicht mitgespielt hat allerdings lange der Winter, was am Klimawandel liegen mag.

„Jetzt ist der Schnee doch noch gekommen, aber etwas spät für die Saison“, sagt Frank Dassler mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Präsident des Weltverbands der Sportartikelindustrie WFSGI und Adidas-Chefjurist freut sich über den Wintereinbruch ebenso, wie der Chef des deutschen Sportfachhandelsverbands Werner Haizmann.

Immerhin haben Deutschlands Sporthändler ihre Umsätze 2015 um ein Prozent auf knapp 7,4 Milliarden Euro gesteigert, obwohl der Dezember als verkaufsstärkste Monat mit acht Prozent im Minus lag. Sie profitieren von einer Fitness-Welle, die sich vor allem auch in einem explodierenden Absatz von sogenannten Fitness-Trackern widerspiegelt, den modernen Sammelstellen für körpereigene Daten am Handgelenk.

Das euphorisiert die ganze Branche von Messemachern über Händler bis zu Herstellern auch von Produkten wie Laufschuhen. Denn mit einem Datenarmband allein ist es ja nicht getan und über das Thema Gesundheit kann man praktisch alle Bevölkerungsschichten erreichen.

„Sitzen ist das neue Rauchen“

Wichtig ist das vor allem bei einer zunehmend alternden Gesellschaft. Die Seniorenwirtschaft bietet ein großes Feld für Innovationen. Darüber sind sich alle einig. Alt daherkommen will niemand, gesund bleiben jeder, als Senior in der Werbung angesprochen werden gleichwohl keiner. Experten wie Zukunftsforscher Matthias Horx halten den Gesundheitsmarkt für einen zukunftsträchtigen Eckpfeiler der Wirtschaft. „Gesundheit ist ein gutes Verkaufsargument und es durchdringt längst alle Lebens- und Konsumbereiche“, sagt er.

Fakt ist trotz der Deloitte-Studie auch, dass in Deutschland über zwei Drittel aller Männer sowie mehr als jede zweite Frau übergewichtig sind und speziell die Jugend sich oft nicht gern bewegt. „Sitzen ist das neue Rauchen“, warnt der Heidelberger Sportprofessor Gerhard Huber. Die Digitalisierung auch der Sportartikelindustrie soll für Bewegung sorgen – auch geschäftlich.

Auch der analoge Sport entfaltet aber noch seine Reize. Wenn Haizmann und Dassler davon überzeugt sind, dass 2016 der Branche neue Umsatzrekorde bringt, so hat das vor allem mit der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und den Olympischen Spielen in Rio zu tun. „2016 ist ein Eventjahr“, freut sich der Handelschef. Aktuelle Auftragsbestände deuteten darauf hin, dass die Sportartikelindustrie dieses Jahr weltweit um rund ein Zehntel und damit etwa dreimal so stark wachsen könne wie die Weltwirtschaft allgemein, meint Dassler. Nicht nur er hofft, dass der Terrorismus diesem Kalkül speziell bei der Fußball-EM keinen Strich durch die Rechnung macht.

Die Münchner Sportartikelmesse Ispo gilt als weltgrößte Messe ihrer Art. Sie hat ihre Pforten bis inklusive Mittwoch mit 2645 Ausstellern geöffnet. Das sind nochmal 60 Firmen mehr als im Vorjahr und damit ein neuer Rekord.

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