Tarifverhandlungen

IG Metall Mitte will mehr Geld und Qualifizierung

In den anstehenden Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie will die IG Metall Jobs sichern und gleichzeitig höhere Entgelte durchsetzen.

Die IG Metall stellt wieder Forderungen nach besseren Bedingungen der Beschäftigten. „Verzichten und die Hände in den Schoß legen werden wir nicht, vielmehr wollen wir die Transformation gestalten“, erklärte am Donnerstag der Bezirksvorsitzende Mitte, Jörg Köhlinger, in Mainz bei der Sitzung der Tarifkommissionen für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen.

Die industrielle Produktion müsse nachhaltig und nach den Bedürfnissen der Beschäftigten umgebaut werden, verlangte der Gewerkschafter. Die von der IG Metall vorgeschlagene Vier-Tage-Woche gebe auch Raum und Zeit für notwendige Qualifizierung, ohne die die Digitalisierung nicht zu machen sei. Köhlinger lobte die Kurzarbeit als geeignetes Mittel, die Folgen der Corona-Pandemie kurzfristig abzufedern. Sie gehe einer Umfrage zufolge inzwischen wieder leicht zurück. Man werde aber nicht hinnehmen, dass einige Arbeitgeber den Windschatten der Pandemie nutzten, um Arbeitsplätze abzubauen.

Eine konkrete Tarifforderung für die rund 420 000 Beschäftigten in den vier Ländern stellten die Delegierten in Mainz-Mombach nicht auf. Sie soll nach einem Zusammenspiel mit den anderen Bezirken und dem Gewerkschaftsvorstand in Frankfurt am 26. November endgültig festgelegt werden. Erste regionale Verhandlungen sind noch für den Dezember vorgesehen, bevor ab dem 29. Januar 2021 mit dem Ende der Friedenspflicht auch Warnstreiks wieder möglich werden.

Verschiedene Arbeitgeber-Vertreter hatten in den vergangenen Tagen betont, dass es keinen Spielraum für Lohnerhöhungen gebe. Der scheidende Gesamtmetall-Prösident Rainer Dulger hatte die Vier-Tage-Woche mit teilweisem Lohnausgleich als „unbezahlbar“ abgelehnt. Wer Arbeit noch teurer mache, riskiere, dass Firmen auf Dauer Arbeitsplätze ins Ausland verlagerten. (dpa)

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