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Ein Bauarbeiter arbeitet in Stuttgart auf einer Baustelle an einem Zementbehälter (Archivbild).
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Ein Bauarbeiter arbeitet in Stuttgart auf einer Baustelle an einem Zementbehälter (Archivbild).

Lohndumping

IG-Bau will Baustellen stilllegen

  • Daniel Baumann
    VonDaniel Baumann
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Der Gewerkschaft IG Bau ist das Subunternehmertum schon lange ein Dorn im Auge. Jetzt fordern Gewerkschafter, bei arbeitsrechtlichen Problemen Baustellen notfalls komplett stillzulegen.

Die Gewerkschaft IG Bau unterstützt die Idee einer kompletten Stilllegung von Baustellen, wenn es arbeitsrechtliche Probleme mit Subunternehmen gibt, etwa weil die Arbeiter den ihnen zustehenden Lohn nicht erhalten. „Ich kann mir das sehr gut vorstellen“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Robert Feiger, am Mittwochabend in Frankfurt.

Die Beschneidung des Subunternehmer-Wesens ist der IG Bau seit langer Zeit ein Anliegen. Manche Aufträge würden zehn bis fünfzehn Mal von Auftragnehmer zu Auftragnehmer weitergereicht, so Feiger. „Zum Schluss muss das der Arbeitnehmer als letztes Kettenglied ausbaden.“ Er setze sich dafür ein, dass Aufträge maximal vier Mal weitergereicht werden dürften. Solche Regelungen gibt es im europäischen Ausland bereits.

Mit Blick auf die anstehende Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe zeigte sich Feiger offensiv: „Grund zur Bescheidenheit besteht nicht“, sagte er vor der Bekanntgabe der Tarifforderung in der kommenden Woche. „Wenn selbst die Bundesbank höhere Lohnsteigerungen anmahnt und kritisiert, dass die Entwicklung hinter den Möglichkeiten zurückbleibt, nehmen wir dies gern als Ansporn auf.“ In der Branche laufe es rund und die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen im Wohnungsbau und für die Infrastruktur stützten die Entwicklung zusätzlich. Allerdings hält die Gewerkschaft noch deutlich mehr Geld für nötig, um ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Lesen Sie auch: IG Bau Chef Robert Geiger im Interview

Pro Jahr müssten 450 000 Wohnungen fertiggestellt werden und nicht lediglich 260000 wie vergangenes Jahr. Für den sozialen Wohnungsbau brauche es Bundesmittel in Höhe von wenigstens sechs Milliarden Euro pro Jahr. Bundesbauministerin Barbara Hendricks hatte zuletzt zwei Milliarden Euro von Finanzminister Schäuble verlangt.

In der Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk will die Gewerkschaft Regelungen gegen Arbeitsüberlastung erreichen. „Wir sind fest entschlossen, verbindliche Vereinbarungen für die Beschäftigten zu treffen, weil die Arbeit sonst nicht mehr zu schaffen ist“, so Feiger. Am Mittwoch haben dazu auf Expertenebene Gespräche mit den Arbeitgebern begonnen. Wie eine Lösung aussehen könnte, ist noch offen.

Für Geringverdiener hielt Feiger, der Mitglied der Mindestlohn-Kommission ist, gute Nachrichten bereit: „Der Mindestlohn wird steigen“, kündigte er an. Es sei nur noch die Frage, wie stark das Plus ausfalle. Feiger sprach sich für einen „deutlichen“ Anstieg aus, ohne diesen näher zu beziffern. Die Mindestlohn-Kommission wird zur Jahresmitte ihre Empfehlung abgeben. Derzeit liegt die Untergrenze der Stundenlöhne bei 8,50 Euro.

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