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IfW-Forscher: Welthandel übertrifft Vorkrisen-Niveau - Sorgen wegen China

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Das Containerschiff Tihama der Reederei Hapag-Lloyd liegt am Containerterminal Burchardkai im Waltershofer Hafen.
Die derzeitige Corona-Welle und die anhaltenden Lieferengpässe bremsen den Welthandel derzeit nicht aus. © Christian Charisius/dpa

Der weltweit Handel hat die Corona-Pandemie hinter sich gelassen. Nach Daten des Kiel Institut für Weltwirtschaft erreichte der internationale Warenaustausch im Januar Vorkrisenniveau.

Berlin - Trotz anhaltender Staus in der Containerschifffahrt legt der Welthandel dem IfW-Institut zufolge zum Jahresstart 2022 zu. Ungeachtet der verschärften Corona-Lage und globaler Lieferengpässe habe der Welthandel im Januar zum Vormonat an Schwung gewonnen* und übertreffe mittlerweile sogar das Vorkrisenniveau, teilten die Kieler Ökonomen am Montag mit.

China: Null-Covid-Politik riskant für die wirtschaftliche Entwicklung

„Die Omikronwelle ist mit Blick auf den Warenhandel bislang in erster Linie eine Gefahr für China.“ Gegenwärtig steckten rund elf Prozent aller weltweit verschifften Waren in Staus fest. Zudem seien im Roten Meer - der wichtigsten Handelsroute zwischen Europa und Asien - rund elf Prozent weniger Waren unterwegs als sonst.

„Die harte Null-Covid-Politik Pekings ist für die dortige Wirtschaft ein Risiko“, erklärte Fachmann Vincent Stamer, der beim IfW für das Barometer Kiel Trade Indicator zuständig ist. Es sei zu befürchten, dass Verzögerungen in Chinas Containerumschlag auch Europas Handel in Mitleidenschaft ziehen würden. „Das chinesische Neujahrfest und die Ausrichtung der Olympischen Spiele sind eine Bewährungsprobe für China, dass sich die pandemische Situation und damit auch der wirtschaftliche Ausblick nicht verschlechtert.“

Omikron-Welle beeinflusst Handel im Westen noch nicht

Der Handel im Westen bleibe bis jetzt von der Omikronwelle verschont. Vor allem die Exporte der USA legten demnach im Januar deutlich zu, die Importe dürften aber leicht gesunken sein. Für die EU zeichnet sich laut dem Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) eine Seitwärtsbewegung ab mit leichtem Plus bei den Ausfuhren und einem Mini-Minus bei den Einfuhren. Für Deutschland seien die Aussichten sowohl für Exporte (+1,2 Prozent) als auch Importe (+0,8 Prozent) positiv. „Trotz Omikronwelle brummt der Welthandel so kräftig wie nie zu vor“, betonte Stamer. „Die anhaltenden Lieferengpässe sind daher Ausdruck einer extrem schnell gestiegenen Nachfrage, der das Angebot nicht hinterherkommt.“ (rtr) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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