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Plug-In-Hybride sollten defensiv gefahren werden.
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Plug-In-Hybride sollten defensiv gefahren werden.

Plug-In-Hybride

Hybridautos gefährden Klimaziele

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Untersuchung zeigt, dass die Plug-In-Hybrid-Flotte deutlich mehr CO2 ausstößt, als bisher in den Szenarien für die deutschen Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2030 angenommen wurde.

Elektroautos boomen hierzulande, seitdem es dafür hohe Kaufprämien gibt. Im vorigen Jahr wurden rund 395 000 davon abgesetzt, rund 13,6 Prozent des Marktes. Mehr als die Hälfte davon waren jedoch Plug-In-Hybride mit zwei Motoren, für Strom und Sprit. Eine vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebene Studie zeigt nun: Der Boom dieser Fahrzeuge gefährdet die Klimaziele im Verkehr, da sie im täglichen Betrieb in der Regel überwiegend mit dem Verbrennungsmotor gefahren werden.

Die Untersuchung zeigt, dass die Plug-In-Hybrid-Flotte deutlich mehr CO2 ausstößt, als bisher in den Szenarien für die deutschen Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2030 angenommen wurde. Die Studienautoren berechneten aufgrund von Marktprognosen, dass die Jahresemissionen dadurch dann um 4,3 Millionen Tonnen höher liegen werden, wenn die elektrischen Fahranteile so niedrig bleiben wie derzeit. Das verschärft die Klimaprobleme im Verkehrssektor zusätzlich.

Zur Einordnung: Das von der Bundesregierung festgesetzte 2030er CO2-Ziel für diesen Bereich von 95 Millionen Jahrestonnen wird schon nach den bisherigen Schätzungen um etwa 30 Millionen überschritten. Das heißt, es wird noch schwieriger, hier in die richtige Spur zu kommen. Die Studie wurde vom Institut für Energie- und Umweltforschung (Ifeu), Öko-Institut und der NGO „Transport & Environment“ erstellt.

In den bisherigen Szenarien sind die höheren Emissionen der Plug-In-Hybride meist nicht enthalten, da hier mit den Pkw-Emissionen gerechnet wird, wie sie in offiziellen Typgenehmigung verzeichnet sind. In der Realität liegt der CO2-Ausstoß der Fahrzeuge, von denen mehr als drei Viertel als Firmenwagen zugelassen werden, laut der Studie jedoch oft um ein Mehrfaches über diesen Werten.

Hierfür gibt es mehrere Ursachen. So ist das elektrische Fahren wegen der aktuell vergleichsweise niedrigen Spritpreise wirtschaftlich wenig attraktiv. Hinzu kommt die gerade bei Dienstwagen oftmals hohe tägliche Fahrleistung. „In vielen Fällen reicht bei solch schweren Fahrzeugen der Akku für die Tageskilometer nicht aus. Und bei schnellem Fahren oder starker Beschleunigung schaltet sich der Verbrennungsmotor auch dann zu, wenn der Akku noch voll ist“, erläutern die Studienmacher.

Allerdings: Werden die Plug-In-Hybride mit Ökostrom betankt, überwiegend elektrisch und zudem defensiv gefahren, sinken die CO2-Emissionen laut der Studie deutlich. Vor allem bei privaten Plug-In-Hybriden zahle sich Ladedisziplin für die CO2-Bilanz aus. Gelingt es, alle privaten Autos täglich aufzuladen, würden in diesem Segment danach in etwa so viele Emissionen eingespart wie in den Kalkulationen für 2030 bisher angenommen. Bei Dienstwagen ist das laut der Studie wegen der anderen Nutzungsstruktur nicht zu schaffen. Hier helfe nur eine höhere elektrische Reichweite als heute üblich.

Studienleiter Julius Jöhrens vom Ifeu fordert: „Aus umweltpolitischer Sicht sollte die Förderung aus Kaufprämie und Steuervorteilen dringend überprüft werden.“ Vergünstigungen für Plug-In-Hybride sollten an harte Kriterien für die elektrische Reichweite, die Leistung des E-Motors und den Nachweis einer regelmäßigen Lademöglichkeit geknüpft sein. Zudem müsse elektrisches Fahren für die Nutzer:innen finanziell attraktiv gemacht werden.

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