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Sinkende Produktivität bedingt den  sinkenden Tabellenplatz für Frankfurt am Main (Archivbild)

Wettbewerbsvergleich

Für Frankfurt geht es abwärts - drei deutsche Städte ziehen vorbei

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Frankfurt findet sich in Sachen Wettbewerbsfähigkeit nur noch auf Platz 4 der 30 größten Städte Deutschlands. Vor allem Platz 1 sorgt dabei für Verwunderung.

Top: Berlin

Vor elf Jahren stand Berlin bei der Wettbewerbsfähigkeit noch auf Platz 24, 2017 schaffte die Hauptstadt es auf Rang zwei und steht jetzt an der Spitze. „Berlin hat seinen Hauptstadtbonus in handfeste ökonomische Fakten verwandelt“, sagt HWWI-Direktor Vöpel. Dies sei weniger auf politische Entscheidungen als auf privatwirtschaftliche Initiativen zurückzuführen. Berlin gewinnt Einwohner - und wird das Prognosen zufolge weiterhin tun. Die Produktivität der Erwerbstätigen Berlins ist zuletzt deutlich gestiegen. Die Stadt hat zudem einen hohen Anteil ausländischer Studierender (24,7 Prozent) und ausländischer Beschäftigter (14,5 Prozent) - was für international tätige Unternehmen ein Anreiz ist, sich dort niederzulassen.

Gut dabei: Frankfurt am Main

In den drei Rankings von 2008 bis 2013 belegte Frankfurt stets den Spitzenplatz. Diese Zeiten sind vorbei. In der aktuellen Erhebung ist Frankfurt nur noch Nummer vier. Ein Grund dafür: Die Produktivität sank zwischen 2013 und 2016 um 3,6 Prozentpunkte, in dieser Kategorie belegt die Mainmetropole einen schlechten Rang 28 von 30 Städten. Zudem ist die Geburtenrate im Vergleich zu anderen Großstädten mit 1,41 Kindern je Frau (Durchschnitt der Jahre 2015–2017) verhältnismäßig niedrig. Dennoch ist die Bevölkerungsentwicklung und auch die -prognose für die Stadt sehr positiv, die Stadt punktet zudem mit großer Internationalität und – dank des Flughafens – einer sehr guten Erreichbarkeit. 

Berlin verdrängt München im HWWI/Berenberg-Städteranking von Platz 1. Frankfurt liegt auf Platz 4.

Ostspitze: Leipzig

Leipzig arbeitet sich rasant nach vorne: In der Erhebung 2008 lag die Stadt noch auf Platz 25, machte zwei Jahre später schon einen gewaltigen Sprung auf Rang elf und besetzt nun wie schon 2017 den zweiten Platz. Die Stadt punktet mit einer positiven Bevölkerungsentwicklung und -prognose, vielen Beschäftigten mit Hochschulabschluss und einem relativ hohen Anteil von Angestellten im Bereich Forschung und Entwicklung. „Bei Innovationsfähigkeit, Erreichbarkeit und Internationalität hat Leipzig allerdings großen Aufholbedarf“, so HWWI-Direktor Vöpel. Nur 5,6 Prozent der Beschäftigten in der Stadt sind Ausländer. Leipzig hat zudem sehr viele Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss

Zu lokal: Hamburg

Hamburg stand schon schlechter da. Im Ranking 2013 belegte die Stadt nur Platz elf, nun ist es immerhin wieder Rang sechs. „Hamburg leidet unter einer gewissen strukturellen Trägheit durch den Hafen“, sagt HWWI-Direktor Vöpel. Was erstaunt: Gerade wegen des Hafens sagt man Hamburg eine große Internationalität nach. Die Zahlen belegen das aber nicht. Nur 12,2 Prozent der Beschäftigten in der Stadt sind Ausländer - in Frankfurt sind es 20,7 Prozent und beispielsweise in Wuppertal 12,9 Prozent. Auch sind nur 12,2 Prozent der Studenten in Hamburg Ausländer - in Chemnitz sind es 25,9 Prozent. Internationalität gilt als wichtiger Indikator, um global agierende Unternehmen in die Stadt zu locken. 

Flop: Gelsenkirchen

Die Ruhrgebietsmetropole Gelsenkirchen kriegt nicht die Kurve: Wie schon vor drei Jahren ist sie Schlusslicht; auch in den vier Erhebungen davor kam sie nie über Platz 25 hinaus. Die Prognosen für die Stadt sind ungünstig: So wird die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter bis 2030 Prognosen zufolge um zehn Prozent zurückgehen – stärker als in jeder anderen Großstadt. Dabei ist die Geburtenrate mit 1,68 Kindern je Frau (Durchschnitt 2015 bis 2017) so hoch wie nur noch in Chemnitz. Ein Problem Gelsenkirchens ist das Bildungsniveau: Zehn Prozent der Abgänger verließen die Schule 2017 ohne Hauptschulabschluss, nur 10,5 Prozent der Beschäftigten dort haben einen Hochschulabschluss. 

Aufsteiger: Augsburg

Augsburg ist der Aufsteiger des Rankings. Vor drei Jahren noch auf Platz 18, hat sich die bayerische Stadt um zehn Plätze nach vorne gearbeitet. Zwischen 2014 und 2017 stieg die Einwohnerzahl um 4,2 Prozent – nur Leipzig erreichte einen höheren Wert. Bis 2030 wird für Augsburg ein Bevölkerungswachstum von knapp elf Prozent erwartet – nur drei Städte rechnen mit mehr. Augsburg kann auch mit einer hohen Produktivitätssteigerung glänzen: Das erwirtschaftete Bruttoinlands- produkt je Erwerbstätigen stieg dort zwischen 2013 und 2016 um mehr als elf Prozent – Rang fünf. Platz eins hält hier übrigens Dresden mit plus 15,1 Prozent. Augsburgs großer Minuspunkt: Die Stadt ist schwer erreichbar.

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