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Chinas Immobiliengigant vor Pleite

Hongkong: Börse setzt Handel mit Evergrande-Aktien aus

  • VonLukas Zigo
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Chinas Immobilien-Riese Evergrande ist mit mehr als 300 Milliarden US-Dollar verschuldet. Ratingagenturen warnen vor einer Zahlungsunfähigkeit.

Hongkong – Aufregung an der Hongkonger Börse: Die hoch verschuldete Evergrande Group steht vor dem Kollaps. Das Unternehmen ist so groß, dass eine Pleite des Unternehmens die gesamte chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte. Am Montag (04.10.2021) verkündete nun die Hongkonger Börse, den Aktienhandel des schwer angeschlagenen Immobiliengiganten Evergrande auszusetzen. Gründe für die Maßnahme wurden zunächst keine genannt. Nicht zum ersten Mal innerhalb der Liquiditätskrise des Unternehmens wurde der Handel mit seinen Aktien sowie denen des Hausverwaltungsarms ausgesetzt. Das mit mehr als 300 Milliarden US-Dollar (258 Milliarden Euro) verschuldete Immobilienunternehmen muss sich dringen Geld beschaffen.

Unter Hinweis auf informierte Kreise berichtetet der chinesische Online-Nachrichtendienst Cailian, dass der chinesische Immobilienkonzern Hopson mit 51 Prozent eine Mehrheit an dem Hausverwaltungsarm des Unternehmens, den Evergrande Property Services, übernehmen wolle. Dies würde für eine Summe von mehr als 40 Milliarden Hongkong-Dollar (umgerechnet 4,4 Milliarden Euro) geschehen, wie das zur staatlichen chinesischen Zeitung „Security Times“ gehörende Portal berichtet.

Das Logo der Evergande Group

China – Evergrande das am höchsten verschuldetes Immobilienunternehmen weltweit

Weltweit gilt Evergrande als das am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht bezahlen zu können, möchte sich das Unternehmen von seinem Hausverwaltungsarm trennen. Auch die Aktien von Hopson waren am Montag, wie auch die der Evergrande Group (EVG) und Evergrande Property Services, vom Handel ausgesetzt worden. Aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten sind die Aktien der Evergrande Group in diesem Jahr schon um ca. 80 Prozent gefallen.

Damit nicht genug schuldet die Evergrande Kleinanlegern, darunter vielen Mitarbeitern, insgesamt mehrere Milliarden US-Dollar. Viele Experten befürchten aufgrund der Größe des Konzerns eine „Ansteckungsgefahr“ für die chinesische Wirtschaft.

Peking: Chinesische Lokalregierungen angewiesen, sich auf mögliche Pleite vorzubereiten

Um sich etwas Luft zu verschaffen und einige Positionen zahlen zu können, trennte sich Evergrande vergangene Woche von einer Bank-Beteiligung. Dies brachte zehn Milliarden Yuan (1,3 Milliarden Euro) ein. Presseberichten zufolge soll die Führung in Peking die Lokalregierungen dazu aufgefordert haben, sich auf soziale und ökonomische Folgen einer möglichen Pleite des Immobilien-Giganten einzustellen.

Evergrande hat aktuell ca. 1300 Projekte in 280 Städten. Mehr als 200.000 Menschen sind bei Evergrande angestellt, und über eine Million Jobs in der Baubranche hängen an dem Unternehmen. Das „Wall Street Journal“ gibt an, dass im ganzen Land rund 1,4 Millionen Käufer auf den Bau oder die Fertigstellung einer Evergrande-Wohnung warten. Die chinesische Regierung zögert bisher jedoch damit, dem Immobilienriesen zu Hilfe zu kommen. Sie will für Ordnung auf dem hochspekulativen und boomenden Immobilienmarkt Chinas sorgen und könnte an Evergrande ein Exempel statuieren. (Lukas Zigo)

Rubriklistenbild: © Rafael Henrique/dpa

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