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Globuli: Viele Kassen erstatten die Kosten anteilig.

Gesundheit

Homöopathie auf eigene Kosten

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Frankreich streicht die Kostenerstattung für Globuli - das entfacht auch hierzulande die Debatte über die Alternativmedizin neu.

Wer in Frankreich homöopathische Mittel kauft, muss diese künftig selbst bezahlen. Die Zuzahlungen der Krankenkassen werden schrittweise abgesenkt und bis 2021 komplett abgeschafft. Begründung: Die Wirksamkeit der Homöopathie sei nicht bewiesen.

Auch in Deutschland ist der Markt für Homöopathie riesig. Der Umsatz liegt im höheren dreistelligen Millionenbereich – Tendenz steigend. Viele Krankenkassen übernehmen seit 2005 zumindest anteilig Kosten für Präparate und Beratung. Für sie sind solche Erstattungen gute Werbe-argumente, weshalb sich viele Kassen bislang gegen Beschränkungen wehren.

Schon deshalb hat die französische Entscheidung die alte politische Debatte über Globuli als Kassenleistung hierzulande neu entfacht. „Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Verfahren“, betonte Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, in der „Rheinischen Post“. „Wer diese Mittel haben möchte, soll sie auch bekommen, aber bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft.“

Auch im Bundestag gibt es unter den Fachpolitikern eine Mehrheit für das „Frankreich-Modell“, wie eine Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland ergab.

„Es ist schwer vermittelbar, dass Kosten für Homöopathie teilweise übernommen werden, während an anderer Stelle gespart werden muss. Deswegen kann ich mir durchaus ein Ende der Erstattungsfähigkeit vorstellen“, sagte etwa der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel (CDU). Koalitionskollegin Sabine Dittmar von der SPD stimmt dem zu: „Ich kann die Entscheidung in Frankreich absolut nachvollziehen.“ Ihr sei aber wichtig, dass Naturheilkunde und Homöopathie nicht in einen Topf geworfen werden.

Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) erklärte: „Jeder, der Homöopathie befürwortet, soll sie auch weiter erwerben können. Aber auf Selbstzahlerbasis.“ Linken-Politiker Harald Weinberg wollte sich nicht festlegen. Es gäbe wichtigere Probleme im Gesundheitswesen, außerdem seien die Kosten für Homöopathie bei den Krankenkassen extrem niedrig, teilte er mit.

Die Grünen reagierten zunächst nicht auf die Anfrage. Innerhalb der Partei und Fraktion ist das Thema traditionell umstritten. Die offizielle Position der Fraktion ist ein Kompromiss: Ihr persönlich helfe Homöopathie zwar nicht, erklärte die Sprecherin für Pflegepolitik, Kordula Schulz-Asche, sie sehe aber die therapeutischen Erfolge: „Die Grünen begrüßen, dass Komplementärmedizin von einigen Krankenkassen getragen wird.“

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