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Arbeiten bis spät in die Nacht - längst keine Ausnahme mehr.

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Entgrenzung der Arbeit

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Uns drohen Zeiten, in denen Beschäftigte „performen“ müssen - egal wo, und egal wie lang. Die Rückkehr der Stechuhr könnte ein Mittel gegen Ausbeutung sein.

Ein Unternehmer, der das Maximum aus seinen Angestellten herausholen will, schafft am besten feste Arbeitszeiten und die Präsenzpflicht im Betrieb ab und richtet Homeoffice-Arbeitsplätze ein. Dann muss er nur noch an seine Leute eigentlich überdimensionierte Projekte verteilen, schon bringt er sie dazu, bis spät abends und am Wochenende jede Menge unbezahlte Überstunden im heimischen Büro zu machen. Das hört sich zynisch an, entspricht aber der Realität. Experten aus dem Arbeitgeberlager bezeichnen dies als Erhöhung der Produktivität. Man kann es auch einen Mechanismus zur Förderung der Selbstausbeutung nennen.

Zum Glück scheuen sich noch viele Manager, solche Praktiken umzusetzen, weil sie eine irrationale Angst vor Kontrollverlust haben. Doch wir werden in den nächsten Jahren eine Arbeitswelt erleben, in der die Zeiten, die man im Büro in der Firma absitzt, keine Rolle mehr spielen werden. Entscheidend wird nur noch sein, was „Performance“ genannt wird. Die Beschäftigten müssen liefern – wo und wie sie das hinkriegen, bleibt ihnen überlassen.

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Dass der zusätzliche Druck berufstätige Mütter besonders hart treffen wird, hat damit zu tun, dass sie vielfach auch die Last der Koordination von Job-Anforderungen mit den täglichen Unwägbarkeiten eines Lebens mit Kindern tragen. Das alles kann krank machen. Die Gefahr der Entgrenzung der Arbeit ist sehr groß.

Die neue Heimarbeit muss aus diesem Grund mit neuen Regeln für die Arbeitsorganisation verknüpft werden. Wichtigster Punkt: Der Arbeitgeber muss die Pflicht haben, ganz schlicht ausreichend Personal zu beschäftigen. Auf Betriebsräte kommen in jedem Fall schwierige Zeiten zu. Deshalb muss es auch eine Auffanglösung geben: die Wiedereinführung der Stechuhr. Zum Schutz der Beschäftigten.

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