Wegen der Corona-Krise im Homeoffice? Das müssen Sie bei Ihrer Steuererklärung beachten.
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Wegen der Corona-Krise im Homeoffice? Das müssen Sie bei Ihrer Steuererklärung beachten.

Steuerrückerstattung

So setzen Sie das Corona-Homeoffice richtig von der Steuer ab

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Das Homeoffice ist für viele Arbeitnehmer wegen der Corona-Krise alltäglich geworden. Können dabei Kosten von der Steuer abgesetzt werden?

  • Wegen der Corona-Krise müssen zahlreiche Arbeitnehmer ins Homeoffice.
  • Auch für die Steuererklärung spielt das Homeoffice eine Rolle.
  • Können dabei entstehende Kosten von der Steuer abgesetzt werden?

Die Corona-Pandemie hat das Arbeiten zu Hause Realität werden lassen. Firmen haben ihre Mitarbeiter in die eigenen vier Wände geschickt. Dabei spielt die Berufsgruppe keine Rolle. Für viele ist das eigene Heim nun auch zum festen Arbeitsplatz geworden. Daraus resultiert die Frage: Lassen sich Kosten für das Homeoffice von der Steuer absetzen?

Homeoffice wegen Corona-Krise: Kosten von der Steuer absetzen

Die erste Problematik stellt der eigentliche Arbeitsplatz im Homeoffice dar. So entschied der Bundesfinanzhof (BFH) im Jahr 2016, dass Aufwendungen für „einen in die häusliche Sphäre eingebundenen Raum, der mit einem nicht unerheblichen Teil seiner Fläche auch privat genutzt wird", nicht als Betriebsausgaben, bzw. Werbungskosten berücksichtigt werden können. (Aktenzeichen: X R 32/11)

„Ein Durchgangszimmer, den Küchentisch oder die Ecke im Wohnzimmer erkennt das Finanzamt nicht an“, stellt die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) klar. Ein provisorischer Schreibtisch im Flur, ein Schreibtisch im Wohnzimmer oder das Notebook auf dem Küchentisch wird vom Finanzamt demnach nicht als eigentlicher Arbeitsplatz betrachtet. Ein Arbeitsplatz für das Homeoffice gilt nur dann als häusliches Arbeitszimmer, wenn es sich um einen abgeschlossenen Raum handelt, der wie ein Büro eingerichtet ist. Wichtig ist hierbei auch die Nutzung des Raumes. Etwa 90 Prozent der Nutzung eben jenes Raumes sollten beruflich sein und 10 Prozent privat, um Kosten bei der Steuerrückerstattung geltend zu machen.

Homeoffice-Kosten von der Steuer absetzen: Auf den Arbeitsplatz kommt es an

Wer allerdings nachweisen kann, dass für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein eigener zumutbarer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, kann die Kosten des Corona-bedingten Arbeitszimmers von der Steuer absetzen. Hier gilt jedoch ein Höchstbetrag von 1250 Euro pro Jahr. Dabei gilt: der Höchstbetrag von 1250 Euro ist personenbezogen. Falls Sie wegen des Homeoffice zwei oder mehr Arbeitszimmer an verschiedenen Orten haben, können Sie dennoch maximal den Höchstbetrag in der Steuererklärung angeben, wie der Bundesfinanzhof 2017 in einem Urteil entschied. (Aktenzeichen VIII R 15/15)

Wenn sich das berufliche Geschehen hauptsächlich oder ausschließlich im Arbeitszimmer abspielt, können sogar die vollen Kosten bei der Steuerrückerstattung erstattet werden. Das ist in der Regel jedoch nur bei Freiberuflern der Fall. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können anfallende Kosten für Miete, Energie, Grundsteuer oder Versicherungen ebenfalls geltend gemacht werden.

Corona-Krise: Arbeitsmittel im Homeoffice von der Steuer absetzbar

Für Arbeitsmittel im Homeoffice während der Corona-Krise sieht die Lage schon besser aus. Wer für die Arbeit seinen eigenen Telefon- und Internetanschluss nutzt, kann einen Teil der Ausgaben absetzen. Dabei gilt: Arbeitnehmer können zwanzig Prozent der jeweiligen Monatsrechnung, maximal aber 20 Euro pro Monat als Werbungskosten in der Einkommenssteuererklärung geltend machen. Alternativ kann auch der Arbeitgeber die Kosten pauschal steuerfrei erstatten.

Kosten, die direkt oder anteilig dem Arbeitszimmer zuordenbar sind, können von der Steuer abgesetzt werden. Ein kurzer Überblick:

Ausstattung des Arbeitszimmers (Schreibtisch, Bürostuhl)direkt und in voller Höhe absetzbar
Nachträgliche Errichtung eines Arbeitszimmersdirekt und in voller Höhe absetzbar
Renovierung des Arbeitszimmers direkt und in voller Höhe absetzbar
Wohnungsmieteanteilig
Nebenkosten wie Strom, Heizunganteilig
Abschreibungen (Immobilien) anteilig

Wer normalerweise mit dem Auto zur Arbeit pendelt und wegen der Corona-Krise von zu Hause arbeitet, spart natürlich Spritkosten, kann aber auch entsprechend weniger Fahrtkosten von der Steuer absetzen. Auch wer auf seiner Steuerkarte eine Pendlerpauschale eingetragen hat, muss die Änderung beim Finanzamt bekannt geben. Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers fallen für den Homeoffice-Zeitraum weg, die Zuschüsse für öffentliche Verkehrsmittel bleiben dagegen erhalten.

Zuletzt spielt auch die Homeoffice-Pflicht vonseiten des Unternehmens eine große Rolle. Denn für das Arbeiten von zu Hause muss eine Anweisung vom Arbeitgeber vorliegen, welche auch schriftlich vorliegen sollte. Der freiwillige Gang ins Homeoffice wegen der Corona-Krise könnte also auch dazu führen, bei der Steuerrückerstattung leer auszugehen. (Marvin Ziegele)

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