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Der Dax-Kurs in aller Pracht präsentiert in der Deutschen Börse in Frankfurt am Main.

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Hoffnung im Zollstreit treibt Dax nicht an

Die sich andeutende Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt nicht für einen Aufschwung des deutschen Leitindex.

Der Dax hat am Rosenmontag nicht mehr weiter von einer erhofften Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit profitiert. Der Leitindex bewegte sich zwar über weite Strecken moderat im Plus, zum Ende hin ging ihm aber mit den immer schwächer tendierenden US-Börsen das letzte bisschen Schwung verloren. Der Dax schloss 0,08 Prozent tiefer bei 11 592,66 Punkten.

Jüngste Äußerungen aus China und den USA deuten zwar darauf hin, dass eine Lösung des Zollstreits zwischen den bedeutenden Wirtschaftsmächten immer realistischer wird. Laut Analyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets ist aber am Markt ein positiver Ausgang der Gespräche bereits weitgehend eingepreist.

Der MDax dagegen verteidigte zum Wochenstart ein moderates Plus. Er ging 0,28 Prozent höher bei 24 727,85 Zählern aus dem Handel. International war das Bild gemischt: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 behauptete sich zwar leicht mit 0,15 Prozent im Plus, während die Börsen in Paris und London mit Gewinnen schlossen. In New York jedoch war der Dow Jones Industrial nach solidem Start mit 0,8 Prozent ins Minus abgerutscht.

Für Gesprächsstoff sorgte am Montag, dass aus Peking von „substanziellen Fortschritten“ bei den Gesprächen mit den USA die Rede war. Für Analyst Oldenburger wäre aber auch eine baldige Lösung des Zollstreits kein Freifahrtschein für weitere Kursgewinne. „Man sollte auch bedenken, dass solche großen Deals in der Vergangenheit aus psychologischer Sicht oft ein Euphorie-Hoch markierten und nicht etwa der Startpunkt einer länger anhaltenden Phase positiver Stimmung waren“, sagte der CMC-Markets-Experte.

Ganz oben auf der Einkaufsliste der Anleger standen am Montag Bayer-Papiere mit einem Aufschlag von gut 1,3 Prozent. Die US-Aufsichtsbehörde FDA hatte dem Medikament Sorafenib einen Sonderstatus für Mittel gegen seltene Leiden gewährt. Dieses gilt als Kandidat für die Behandlung von seltenen Desmoid-Weichteiltumoren.

Linde-Papiere dagegen knüpften mit einem Minus von 1,89 Prozent an ihre Verluste vor dem Wochenende an. Der Konzern hatte in seiner Neuaufstellung nach der Fusion mit Praxair mit seinem Ausblick für das Jahr enttäuscht. Ähnlich deutlich ging es in einer europaweit getrübten Branchenstimmung für die Lufthansa-Aktien nach unten.

Am unteren Ende der Dax-Riege landeten jedoch die Papiere von Fresenius Medical Care (FMC) mit einem Kursverlust von rund 2,2 Prozent. Händler verwiesen hier auf neue Sorgen um das Nordamerika-Geschäft – ausgelöst von einem Medienbericht, wonach die US-Regierung an einem neuen Vergütungsansatz für Dialysepatienten arbeite, der eine kostengünstigere Behandlung zu Hause bevorzugen soll.

An der MDax-Spitze ging es für Aktien von Wacker Chemie und Kion jeweils um rund 4,6 Prozent nach oben. Im SDax brachen die Papiere von Borussia Dortmund um mehr als 10 Prozent ein, nachdem der Club am Wochenende in der Fußball-Bundesliga seinen Vorsprung auf den großen Rivalen FC Bayern München einbüßte.

Am deutschen Anleihenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,08 Prozent am Freitag auf 0,07 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 141,88 Punkte. Der Bund-Future legte 0,3 Prozent auf 165,64 Punkte zu. Der Euro wurde zuletzt zu 1,1330 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1337 (Freitag: 1,1383) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8821 (0,8785) Euro. (dpa)

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