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Sauberer Durchblick: Fassade der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt.
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Sauberer Durchblick: Fassade der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt.

Commerzbank

Hoffnung auf Wende bei der Commerzbank

Die Commerzbank kann einen Prestige-Erfolg feiern: Unter dem Strich verdiente das Institut im vergangen Quartal mehrl als die Deutsche Bank. Die Aktie reagiert direkt - die Kurse gehen durch die Decke.

Von Alexander Hübner

Die Commerzbank kann einen Prestige-Erfolg feiern: Unter dem Strich verdiente das Institut im vergangen Quartal mehrl als die Deutsche Bank. Die Aktie reagiert direkt - die Kurse gehen durch die Decke.

Die Commerzbank kommt beim Großreinemachen in ihrer Bilanz voran. Der Berg an Schiffs-, Staats- und Immobilienkrediten sei innerhalb von zwölf Monaten um fast ein Viertel auf 124 Milliarden Euro abgeschmolzen worden, erklärte Vorstandschef Martin Blessing am Donnerstag: „Damit haben wir die Stabilität der Bank weiter erhöht.“

Die Geschäfte, aus denen die Bank aussteigen will, machten Ende September aber noch gut ein Fünftel der Bilanzsumme aus. In drei Jahren soll die konzerneigene „Bad Bank“, in der sie gebündelt sind, auf „deutlich weniger als 90 Milliarden Euro“ geschrumpft sein, wie Finanzvorstand Stephan Engels sagte. Geführt wird die Abwicklungssparte von den Vorständen Ulrich Sieber und Jochen Klösges, die die Bank am Jahresende verlassen müssen.

Handel mit faulen Krediten nimmt zu

Sinkende Verluste der „Bad Bank“ verhalfen dem zweitgrößten deutschen Geldinstitut im dritten Quartal zu einem Nettogewinn von 77 (2012: 67) Millionen Euro, obwohl es im Kerngeschäft noch auf zählbare Erfolge der neuen Strategie warten muss.

Damit kann das Institut dennoch einen Prestige-Erfolg feiern: Es hat unter dem Strich mehr verdient als die Deutsche Bank. Das größte deutsche Geldhaus hatte in der vergangenen Woche einen Überschuss von 51 Millionen Euro vermeldet. Die Bilanz litt vor allem unter milliardenschweren Rückstellungen für Rechtsrisiken.

Die Commerzbank-Titel sprangen am Donnerstag um bis zu elf Prozent nach oben und notierten erstmals seit Mitte März über der Marke von zehn Euro. Metzler-Analyst Guido Hoymann glaubt, dass die Bank Vorschusslorbeeren bekommt: „Wir haben den Wendepunkt zum Positiven möglicherweise überschritten. Das Schlimmste könnte hinter uns liegen, trotz möglicher Rückschläge. Bevor das widerlegt ist, wird die Aktie tendenziell steigen.“

Die schiere Größe der „Bad Bank“ gilt als größtes Hindernis für ausländische Institute, die die Commerzbank kaufen könnten. Blessing hat sich auf die Fahnen zu stabilisieren. Ein Ausstieg würde sich für den Bund aber noch längst nicht lohnen, nachdem er ihr in der Finanzkrise vor fast fünf Jahren mit 18 Milliarden Euro zu Hilfe geeilt war. Dazu müsste die Aktie auf 26 Euro steigen. Die besonders riskanten Teile der „Bad Bank“ machten Ende September noch acht Milliarden Euro aus, sagte Finanzchef Engels. Ende 2012 seien es noch mehr als 14 Milliarden gewesen. „Das zeigt, dass in der Sparte nicht toxische, sondern nicht-strategische Aktiva gebündelt sind, die für Käufer durchaus interessant sind.“ Der Handel mit faulen Krediten ist zuletzt in Schwung gekommen, vor allem Hedgefonds greifen zu.

Geringe Kreditnachfrage

Insgesamt ist die Commerzbank mit 593 Milliarden Euro Bilanzsumme inzwischen kleiner als vor der Übernahme der Dresdner Bank vor fünf Jahren. Auch die Bilanzrisiken sind geringer als damals, obwohl die Regeln dafür deutlich verschärft wurden.

2013 sieht die Commerzbank als Übergangsjahr. Der Umbau im Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft trägt noch keine zählbaren Früchte, auch wenn in diesem Jahr in den Filialen und bei der Online-Tochter Comdirect rund 180.000 Kunden angelockt wurden. Doch diese bringen erst nach acht bis 14 Monaten Gewinne.

Die Mittelständler nutzen derzeit nur die Hälfte der Kreditlinien. „Erst 2014 dürfte die unternehmerische Investitionstätigkeit der Kreditnachfrage wieder moderate Impulse geben“, heißt es im Quartalsbericht. Operativ halbierte sich der Gewinn im dritten Quartal aber auf 103 Millionen Euro, im vierten Quartal werde er noch geringer ausfallen, sagt die Bank voraus. Unter dem Strich blieb nach neun Monaten ein Gewinn von 26 Millionen Euro – vor einem Jahr waren es fast 700 Millionen gewesen. (rtr)

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