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Lucas Fuhrmann, Julian Mushövel und Montgomery Wagner von Revoltech.
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Lucas Fuhrmann, Julian Mushövel und Montgomery Wagner von Revoltech.

Leder-Alternative

Hessischer Gründerpreis: LOVR als eine Alternative zu Leder

  • Tobias Schwab
    VonTobias Schwab
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In Textil- und Autoindustrie spielt Leder eine wichtige Rolle. Sein Einsatz ist allerdings ziemlich umweltschädlich. Das Start-up Revoltech will das ändern.

Lucas Fuhrmann, Julian Mushövel und Montgomery Wagner haben Revoltech gegründet und wollen Leder mit ihrer Entwicklung LOVR überflüssig machen.

Wer braucht Sie?
LOVR (ein Akronym für lederähnlich, ohne Erdöl, vegan und reststoffbasiert) ist die weltweit einzige reststoffbasierte und plastikfreie Lederalternative. Unser Material basiert auf Ernteabfällen des deutschen Hanfanbaus, weist einen geringen CO2-Fußabdruck auf und ist frei von umweltschädlichen Chemikalien. Damit haben wir ein wirklich nachhaltiges Textil entwickelt, auf das Verarbeiter aus vielen Branchen händeringend warten. Vom Ledertäschner über Schuhhersteller bis hin zur Automobilindustrie.

Warum haben Sie gegründet?
Die Textilindustrie ist für mehr als ein Zehntel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das ist mehr als der internationale Flugverkehr und die Seeschifffahrt zusammen verursachen. Hinzu kommen der massenweise Einsatz gesundheitsschädlicher Chemikalien sowie die Umweltbelastung durch Mikrokunststoffe. Besonders die Leder- und Kunstlederindustrie sind mitverantwortlich für enorme Umweltprobleme. Mit LOVR können wir einen entscheidenden Beitrag zur Lösung dieser Probleme leisten. Wir haben mit dem Anspruch gegründet, den notwendigen radikalen Wandel in der Textilbranche anzuführen. Wir wollen die in Hessen zugrunde gegangene Lederindustrie neu aufbauen, nur diesmal auf einem grünen Fundament.

Wer hat in Sie investiert/wer nicht?
Unser Unternehmen ist eine Ausgründung der TU Darmstadt. Seit März 2021 werden wir am Fachgebiet Papierfabrikation und mechanische Verfahrenstechnik über das Exist-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. Dort erhalten wir Unterstützung von erfahrenen Ingenieuren und Chemikern. Außerdem beraten uns Fachleute aus der Industrie, die wir persönlich kennen. Für die Skalierung unserer Produktion sind wir derzeit auf der Suche nach Investoren.

Wo brennt es aktuell im Betrieb?
Gut Ding will Weile haben. Auch wenn wir unsere ersten Prototypen vorweisen können: Es bedarf noch einiger Investitionen, bis LOVR über ein kontinuierliches Verfahren vom Band läuft. Daran arbeiten wir gerade.

Was war die größte Hürde?
Die Mühlen der deutschen Bürokratie mahlen langsam. Wir waren erstaunt darüber, mit wie viel Zeit- und Geldaufwand die Gründung einer GmbH verbunden ist. Darüber hinaus beschäftigt uns natürlich das Thema Finanzierung. Hier hat die US-amerikanische Konkurrenz uns gegenüber einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: großzügige Risikokapitalgeber.

Was ist der große Traum?
Bis 2030 wollen wir Weltmarktführer für vegane Lederalternativen werden. Spätestens bis 2025 sollen die ersten Autositze mit LOVR bezogen sein.

Wenn Sie sich einen Promi wünschen könnten, der für LOVR-Produkte wirbt, auf wen würden Sie setzen?
Leonardo DiCaprio. Er hat eine hohe Reichweite und ist bekannt dafür, sich für enkeltaugliche Start-ups einzusetzen.“

Das sagt die Jury:
„Eine Idee, die die Welt erobern wird. Die drei Gründer haben ein neuartiges Material entwickelt, dass die Textilindustrie nachhaltig verändern kann. LOVR ist ein großartiges Team, das aufgrund unterschiedlicher Expertisen, aber zusammen mit einer Vision das Unternehmen im Halbfinale des hessischen Gründerpreisen überzeugend vertreten hat.“

Partnerschaft:
Die Frankfurter Rundschau unterstützt den Hessischen Gründerpreis. Bis zum Finale am 3. November stellen wir die zwölf besten Gründerinnen und Gründer vor.

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