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Hessischer Gründerpreis 2021 verliehen

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Von: Tobias Schwab

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Fabian Goedert und Sophia Reiter von Fisego bei der Preisverleihung mit Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir.
Fabian Goedert und Sophia Reiter von Fisego bei der Preisverleihung mit Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. © HGP

Hessischer Gründerpreis 2021: Start-ups schaffen viele Arbeitsplätze / Die Frankfurter Rundschau ist Medienpartner des Wettbewerbs.

Im Rahmen einer festlichen Abendgala überreichte Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, am Mittwoch, 3. November, den Hessischen Gründerpreis 2021. Rund 130 Besucherinnen und Besucher feierten zwölf junge hessische Unternehmen, die als Preisträger ausgezeichnet wurden und aus deren Kreis zusätzlich ein Sieger pro Wettbewerbskategorie gekürt wurde. In die Abstimmung über die Gewinner flossen auch die Stimmen ein, die über ein offenes Online-Voting abgegeben wurden.

167 junge Unternehmen hatten sich in diesem Jahr um den Hessischen Gründerpreis beworben – zum vierten Mal in Folge ist die Zahl der Teilnehmenden damit gewachsen. Besonders begeistert zeigt sich Elisabeth Neumann, Projektleiterin für den Hessischen Gründerpreis bei KIZ Sinnova Gesellschaft für soziale Innovationen, darüber, dass die Start-ups wieder viele Arbeitsplätze geschaffen haben. Von den insgesamt 1207 Jobs seien gut die Hälfte Vollzeit- und 367 Teilzeitstellen. 187 Menschen arbeiteten freiberuflich für die jungen Unternehmen.

Auffällig: „Die Themen künstliche Intelligenz und Sensorik haben sich dieses Jahr im Wettbewerb stark bemerkbar gemacht. Das zeigt die Innovationskraft der Gründer und Gründerinnen“, sagt Neumann. „Aber auch jenseits davon haben wir sehr viele tolle Geschäftsideen aus verschiedenen Branchen gesehen, die zur Erneuerung und Verjüngung der hessischen Wirtschaft beitragen.“

Der Hessische Gründerpreis wird seit 2003 in vier Kategorien verliehen. Gefördert wird der Wettbewerb vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen sowie mit europäischen Mitteln aus dem Fonds für regionale Entwicklung. Die Frankfurter Rundschau ist Medienpartner des Wettbewerbs und präsentierte die zwölf Finalist:innen mit Kurzinterviews.

Gründerinnen und Gründer in Deutschland haben es nicht leicht. Sie fordern den Abbau bürokratischer Hürden und den Ausbau schneller Internetverbindungen, aber auch einfach ein bisschen mehr Start-up-Spirit hierzulande – darüber hat FR-Wirtschaftsredakteur Steffen Herrmann in unserer Auftaktgeschichte zur Präsentation des diesjährigen Hessischen Gründerpreises geschrieben.

Hessischer Gründerpreis: Aqon Pure - Wasser ohne Salz enthärten

Ins Finale des Hessischen Gründerpreises 2021 hat es die Aqon Water Solutions GmbH geschafft, ein Familienunternehmen aus Bensheim. Gegründet 2004 von Marian Wilk, erforscht und entwickelt die Firma Technologien rund um das Thema Filtration und Verfahrenstechnik. Nach dem Studium stiegen die Söhne Maximilian und Konstantin Wilk 2017 ins Unternehmen ein und haben Aqon Pure entwickelt, eine Kalkschutzanlage die ohne Salz funktioniert. Die Firmennachfolge ist also gesichert.

Hessischer Gründerpreis: Small World Vision - ein 3D-Scanner für Insekten

Aus Darmstadt kommt eine Entwicklung, die die Digitalisierung von Insekten in museologischen Sammlungen revolutionieren will. Sebastian Schmelze, Sarah von Hagen, Marc Simon Stutz, Michael Heethoff und Bernhard Ströbel hat dafür das Start-up Small Vision World gegründet – hervorgegangen ist das junge Unternehmen aus einem interdisziplinären Kooperationsprojekt der Hochschule Darmstadt und der der Technischen Universität Darmstadt.

Hessischer Gründerpreis: Fisego - autarker Brandschutz

Auch Fabian Goedert, Sophia Reiter und Johannes Steube haben es unter die letzten Zwölf geschafft. Das Projekt des Forschungsteams von Fisego: ein Branderkennungs- und Brandbekämpfungssystem für elektrische Klein- und Großgeräte, das ein Feuer nicht nur erkennt, sondern dieses auch ohne menschliches Eingreifen löscht. 

Seit 1987 bedruckt und bestickt Grafik-Idee Textilwerbung Textilien in Frankfurt immer mit Beratung und individuellen Lösungen. Sebastian Borst war bereits seit 17 Jahren als Angestellter im Unternehmen beschäftigt und hat im Juli 2020 das Ruder komplett übernommen.

Hessischer Gründerpreis: LOVR - eine nachhaltige Alternative zu Leder

Lucas Fuhrmann, Julian Mushövel und Montgomery Wagner von der Revoltech GmbH aus Darmstadt produzieren LOVR – eine rein pflanzliche Lederalternative. Es ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar, vegan, erdöl- sowie chemiefrei und das erste rein pflanzliche Produkt mit lederähnlicher Optik, Haptik und Robustheit, sagen die Entwickler. LOVR soll europaweit an die Mode-, Möbel- und Automobilindustrie vertrieben werden. Mit dieser Idee gehört das Team zu den Finalisten des Hessischen-Gründerpreises.

Hessischer Gründerpreis: Ideen für eine nachhaltige Gestaltung von Textilien

Sebastian Borst war bereits 17 Jahren als Angestellter im Unternehmen „Grafik-Idee Textilwerbung“ in Frankfurt beschäftigt, als er im Juli 2020 das Ruder komplett übernahm und die Firma mit ganz neuen Ideen auf einen nachhaltigen Kurs brachte. Auch er darf sich im Finale des Hessischen Gründerpreises präsentieren.

Hessischer Gründerpreis: Compredict - virtuelle Sensoren

Compredict wurde 2016 von Rafael Fietzek und Stéphane Foulard an der TU Darmstadt gegründet. Fünf Jahre später stehen sie mit ihrer Geschäftsidee im Finale des Hessischen Gründerpreises. Fietzek und Foulard haben virtuelle Sensoren entwickelt, die die Lebensdauer von Fahrzeugteilen vorhersagen können. Die auf künstlicher Intelligenz basierenden Sensoren messen Kräfte, Temperaturen, Spannungen oder Ströme von Fahrzeugkomponenten. Aus diesen Werten kann dann eine Verschleiß- und Ausfallvorhersage getroffen werden.

Hessischer Gründerpreis: Enviria - Solartechnik fürs Firmendach

Die Enviria Energy Holding, gegründet von Melchior Schulze Brock, bietet innovative Energy-as-a-Service Lösungen für den B2BSektor, um Unternehmen stärker in die Energiewende einzubinden. Dadurch und mit einen Ökosystem-Ansatz will das Frankfurter Start-up die dezentrale Versorgung vorantreiben und die Stromerzeugung demokratisieren. Auch diese Geschäftsidee hat es ins Finale des Hessischen Gründerpreises geschafft.

Hessischer Gründerpreis: SK Laser - Gravieren, markieren, schneiden

Im Jahr 2005 hat Christoph Kollbach die SK Laser GmbH gegründet und begonnen, Lasermaschinen für die Industrie zu bauen. Er entwickelte aus einer typischen kleinen Garagenfirma ein weltweit operierendes Unternehmen mit Maschineninstallationen auf sechs Kontinenten.  2019 ist Tochter Diana Reit in das Unternehmen eingestiegen und vollzieht jetzt den Generationenwechsel im Unternehmen. Dabei wollte sie eigentlich Museumskuratorin werden. Jetzt steht sie mit SK Laser im Finale des Hessischen Gründer-Wettbewerbs.

Hessischer Gründerpreis: Core Sensing - Maschinen, die fühlen

Simon Krech, Dr. Martin Krech, Markus Hessinger und Arthur Buchta haben einen Kraft- und Drehmomentsensor entwickelt, mit dem Maschinenelemente zu smarten Sensoren werden. Ausgestattet mit autarker Energieversorgung, Intelligenz und Bluetooth werden technische Anlagen überwacht, Ausfälle planbar und Prozesse optimiert. Core Sensing heißt das junge Unternehmen, eine Ausgründung aus der TU Darmstadt, die beim Finale des Hessischen Gründerpreises am Start ist.

Hessischer Gründerpreis: Digi Sapiens - Leseförderung mit künstlicher Intelligenz

Daniel Iglesias und Andreas Haag von Digi Sapiens-Digital Learning GmbH entwickeln Leseförderlösungen, die menschliche Nähe mit künstlicher Intelligenz kombinieren: Die Sprachtechnologie hört beim lauten Vorlesen zu und ermittelt den Förderbedarf. So kann die Leseleistung gezielt gefördert und verbessert werden. Außerdem ist mit der App auch gemeinsames Lesen auf Distanz möglich. Mit Digi Sapiens konkurrieren auch Daniel Iglesisas und Andreas Haag um den Hessischen Gründerpreis.

Hessischer Gründerpreis: Pipe Predict - Mit künstlicher Intelligenz Rohrbrüchen vorbeugen

Christoph Dörner, Valerie Fehst und Tri-Duc Nghiem haben 2020 die Pipe Predict GmbH gegründet. Sie analysieren Sensordaten, um Wasserrohrbrüche mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) zu verhindern. Damit ist vorhersehbar, welcher Stelle und zu welchem Zeitpunkt ein Rohr reißen oder brechen wird. Das hilft, sparsamer mit Wasser umzugehen und Kosten zu minimieren. Ob das die Jurorinnen und Juroren beim Gründerpreis-Finale überzeugen wird?

Hessischer Gründerpreis: Würdezentrum - ein Kurs in Letzter Hilfe

Das Würdezentrum Frankfurt ist eine der ersten Einrichtungen in Deutschland und die bisher einzige in Hessen, die hilft, das international renommierte und neu konzipierte Projekt „Behandlung im Voraus Planen“ in der stationären Altenhilfe umzusetzen. Die Gründer Dr. Ingmar Hornke und Boris Knopf haben es damit in das Finale des Hessischen Gründerpreises geschafft. Mit ihrer Vorstellung in der Frankfurter Rundschau ist die Liste der Finalist:innen komplett.

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