Corona-Krise

Herbe Verluste für Volkswagen

Auch anderen Autobauern macht die Corona-Krise heftig zu schaffen

Die Corona-Pandemie hat Volkswagen herbe finanzielle Einbußen beschert: Der Vorsteuerverlust im ersten Halbjahr betrug 1,4 Milliarden Euro, wie der Autohersteller in Wolfsburg am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte VW noch einen Gewinn von 9,6 Milliarden Euro erzielt. Der Umsatz im ersten Halbjahr dieses Jahres sank um rund 23 Prozent auf 96,1 Milliarden Euro.

Volkswagen lieferte in den Monaten von Januar bis Juni insgesamt 3,9 Millionen Fahrzeuge aus, das waren rund 27 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Der Konzern verwies hier aber auf einen positiven Trend: Nachdem die Auslieferungen im April noch rund 45 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats gelegen hätten, „verringerte sich der Rückstand kontinuierlich auf noch rund 18 Prozent im Juni“.

Volkswagen sei es gelungen, „die Auswirkungen der Pandemie auf unser Geschäft einigermaßen in Grenzen zu halten“, erklärte Finanzvorstand Frank Witter. Er blickt „vorsichtig optimistisch“ auf das zweite Halbjahr und erklärte weiter, dass es nach jetzigem Stand wohl keine zusätzlichen Sparprogramme im Konzern geben werde.

Die Hauptversammlung, die im Mai ausgefallen war, soll nun am 30. September virtuell stattfinden, wie VW ankündigte. Die Aktionäre sollen demnach eine Dividende von 4,86 Euro für 2019 erhalten – ursprünglich hatte der Vorstand hier 6,56 Euro angekündigt.

Für das Gesamtjahr 2020 geht der Konzern von einem positiven Ergebnis vor Steuern und Zinsen aus. Der Fahrzeugabsatz und Umsatz sowie die Investitionen würden aber voraussichtlich deutlich unter Vorjahresniveau liegen.

Auch andere Autohersteller leiden: Renault gab das größtes Halbjahresminus seiner Geschichte bekannt. Der Nettoverlust der Franzosen betrug etwa 7,3 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 970 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019, wie Renault mitteilte. Der Umsatz brach demnach um ein Drittel auf 18,4 Milliarden Euro ein.

Auch für General Motors lief das Geschäft nicht gut. Der US-Autobauer zeigte sich am Mittwoch aber vergleichsweise zufrieden mit den Ergebnissen des zweiten Jahresquartals. Ein Dreimonatsverlust von umgerechnet 646 Millionen Euro sei weniger als erwartet. Für das erste Halbjahr steht in der GM-Bilanz ein Verlust von 395 Millionen Euro. (afp)

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