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Der Vorstandsvorsitzende von Henkel, Kasper Rorsted, will die Umsatzrendite erhöhen.
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Der Vorstandsvorsitzende von Henkel, Kasper Rorsted, will die Umsatzrendite erhöhen.

Konsumgüter

Henkel will sparen

Der Konsumgüterhersteller Henkel hat weitere Kostensenkungen angekündigt, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. In der Klebstoffsparte müssen sich 500 Beschäftigte auf Kurzarbeit einstellen.

Düsseldorf. Der Konsumgüterkonzern Henkel will der Wirtschaftskrise trotzen und bis 2012 deutlich profitabler arbeiten. Der Hersteller von Pritt und Persil gab am Mittwoch zwar keine konkrete Prognose für 2009 ab. Henkel-Chef Kasper Rorsted bekräftigte aber das Ziel, durch Einsparungen die Umsatzrendite bis 2012 signifikant auf 14 Prozent steigern zu wollen.

Durch das vierte Quartal 2008 kam der Konzern dank seines Sparprogramms und eines milliardenschweren Zukaufs ohne Blessuren. Die Dividende soll für das abgelaufene Jahr stabil bei 0,51 Euro je Stammaktie gehalten werden.

"Uns ist bewusst, dass 2009 kein einfaches Jahr werden wird", erklärte Rorsted. "Wir sind keine Insel." Henkel sei aber "gut gerüstet" und "zuversichtlich, um gestärkt aus dem schwierigen Umfeld hervorzugehen". Detaillierte Ziele für 2009 steckte der seit knapp einem Jahr amtierende Rorsted Henkel aber nicht.

Das organische Umsatzwachstum solle über der Marktentwicklung liegen, der operative Gewinn (Ebit) und das Ergebnis je Aktie (EPS) sollen durch niedrigere Rohstoffpreise und Einsparungen gestützt werden, sagte er lediglich. Auch die Konkurrenten Beiersdorf und L'Oreal hatten wegen der Wirtschaftskrise und ihrer noch unklaren Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Verbraucher keinen konkreten Ausblick gewagt, der US-Konsumgüterriese Procter & Gamble rechnet 2009 mit einem Umsatzrückgang von vier Prozent.

Kurzarbeit in der Klebstoffsparte

Rorsted will 2009 auch nutzen, um weiter auf die Kostenbremse zu treten und damit langfristig Arbeitsplätze zu sichern. Zukäufe solle es nicht geben, die Investitionen wolle Henkel um 30 Prozent kürzen. In der Klebstoffsparte, zu deren Kunden auch die kriselnde Autobranche zählt, müssen sich in Deutschland rund 500 Beschäftigte auf Kurzarbeit bis Juni einstellen. Ein Werk in Kleve soll geschlossen werden. Insgesamt wolle sich Henkel bis 2011 von 3000 Beschäftigten trennen, bekräftigte Rorsted. Würde das Management die Hände in den Schoß legen, könne die Krise den gesamten Konzern gefährden, verteidigte er das vor einem Jahr bereits angekündigte Sparprogramm: "Ohne eine gesunde Firma gibt es keine Arbeitsplätze."

Von 2010 bis 2012 werde die Weltwirtschaft aber wieder auf ihren Wachstumspfad zurückkehren, gab sich Henkel im Geschäftsbericht optimistisch. Der Konzern wolle den jährlichen Umsatz organisch um drei bis fünf Prozent steigern, 2012 solle die bereinigte Umsatzrendite bei 14 Prozent liegen. Im vierten Quartal 2008 lag sie bei 10,7 Prozent. "Henkel hat gute Zahlen für 2008 geliefert und den ambitionierten Ausblick für 2012 bestätigt", betonte DZ-Bank-Analyst Heinz Müller. Die Henkel-Aktien gehörten mit einem Plus von zeitweise über elf Prozent zu den größten Gewinnern im Dax.

Henkel hatte sich bereits vor einem Jahr eine Rosskur mitsamt Stellenabbau verordnet, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber profitabler arbeitenden Konkurrenten zu erhöhen. Zugleich hatte sich der Konzern jüngst mit Klebstoffgeschäften des Wettbewerbers National Starch verstärkt.

Im vierten Quartal stieg der Umsatz dank der Übernahme um 11,1 Prozent auf 3,54 Milliarden, im Gesamtjahr um 8,1 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Henkel erreichte seine Jahresziele. Doch zum Jahresende machte sich der Abschwung bemerkbar: Von Oktober bis Dezember sank der organische Umsatz um 1,2 Prozent.

Deutliche Rückgänge verbuchte Henkel im Klebstoffgeschäft, wo die Abnehmer vor allem in der Bau- und der kriselnden Autoindustrie sitzen. Kosten für das Sparprogramm drückten den operativen Gewinn (Ebit) im Schlussquartal auf 155 (Vorjahreszeitraum: 323) Millionen Euro. Bereinigt um diese Kosten stieg das Ebit aber auf 379 Millionen Euro - mehr als von Analysten erwartet. Im Gesamtjahr fuhr Henkel einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden (921 Millionen) Euro ein. Der Konzern profitierte dabei von dem Verkauf seiner Beteiligung an dem US-Konzern Ecolab. (rtr)

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