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Mit dem eigenen Heizverhalten kann man wesentlich dazu beitragen, die Heizkosten zu senken.

Kalte Jahreszeit

Heizkosten senken: So sparen Sie in diesem Winter jede Menge Geld

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Wie senke ich in der kalten Jahreszeit am besten meine Heizkosten? Hier finden Sie einige Tipps und Ideen, mit denen Sie in diesem Winter viel Geld sparen.

Wenn Hausbesitzer und Mieter nur einige Tipps befolgen, lassen sich die Energiekosten schon während der Heizsaison reduzieren. Hier finden Sie eine Übersicht mit Ideen, wie Sie die Heizkosten in diesem Winter am effizientesten senken können.

Heizung ein Grad kälter drehen: Bis zu sechs Prozent Heizkosten sparen 

Wer die Heizung um nur ein Grad herunterdreht, kann nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) bis zu sechs Prozent Heizkosten sparen. Das gelte vor allem für Altbauwohnungen. In gut isolierten Neubauten falle die Einsparung etwas geringer aus. Da die Heizkosten aber mehr als zwei Drittel der Energiekosten einer Wohnung ausmachten, lohne sich das auf jeden Fall, erklärte der Nabu-Energieexperte Danny Püschel am Mittwoch in Berlin.

Demnach empfehle das Umweltbundesamt für Wohn-, Ess- und Kinderzimmer 20 Grad als behagliche Raumtemperatur. Im Bad liege die Wohlfühl-Temperatur bei 22 Grad. In der Küche, wo Herd und Kühlschrank mitheizen und man ständig in Bewegung ist, seien dagegen 18 Grad ausreichend. Die Toilette sollte auf 16 Grad geheizt werden. Auch im Schlafzimmer seien 16 Grad die richtige Wahl für einen gesunden und erholsamen Schlaf.

Heizkosten: Großes Sparpotential

Ein bundesdeutscher Haushalt zahle nach Angaben der Agentur für erneuerbare Energien im Schnitt rund 1.260 Euro pro Jahr an Heizkosten. Entsprechend groß sei das Sparpotenzial. Der Aufwand, Haus oder Wohnung winterfest zu machen und damit in der Heizperiode Energie und Geld sparen, sei dagegen vergleichsweise gering.

Erstmeldung: Nach den ersten kalten Tagen kommen schnell Fragen nach den Heizkosten auf. Dieser Herbst lässt sich kühler an als der im Vorjahr. Das Klimapaket der Bundesregierung droht zusätzlich, die Preise für die fossilen Brennstoffe Öl und Gas in die Höhe zu treiben. Zunächst sind zehn Euro pro Tonne CO2 geplant – eine Auflage, die die Energieunternehmen möglicherweise an die Kunden weitergeben. Wir erklären, mit welchen Preisen in der laufenden Saison zu rechnen ist und wie die Kosten gedrosselt werden können.

Heizkosten werden für die meisten Energieträger steigen

„Für die meisten Energieträger werden die Heizkosten steigen“, sagt Sophie Fabricius von co2online. Die Gesellschaft erstellt einmal im Jahr gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund im Auftrag des Bundesumweltministeriums den Heizspiegel für die Bundesrepublik. Allein die kühle Witterung des laufenden Jahres lasse darauf schließen, dass es voraussichtlich mehr Tage geben wird, an denen man heizen muss. „Das führt dazu, dass meine Rechnung höher wird“, sagt Fabricius.

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Heizkosten senken: Erdgas wird wohl teurer, Ölpreis bleibt voraussichtlich gleich

Wer mit Erdgas heizt, wird in diesem Jahr vermutlich draufzahlen müssen. Rund 735 Euro werden voraussichtlich im Durchschnitt fällig für Bewohner einer 70 Quadratmeter großen Vergleichswohnung, wie co2online errechnete. Das wären 35 Euro mehr als im vergangenen Jahr. „Bei Öl bleiben die Preise voraussichtlich gleich“, sagt Fabricius. Das Portal kam auf eine Summe von 845 Euro für 2019 – das ist genauso viel wie in 2018. „Dieser Preis ist schon relativ hoch“, sagt Fabricius. Für Fernwärme rechnet die Gesellschaft mit einem Anstieg von rund 50 Euro auf 910 Euro im laufenden Jahr.

Den Daten zufolge heizt nahezu die Hälfte der mehr als 40 Millionen Haushalte in Deutschland mit Erdgas (48 Prozent). Heizöl kommt bei rund einem Viertel aller Haushalte zum Einsatz (26 Prozent), Fernwärme bei rund 14 Prozent. Wärmepumpen, die natürliche Wärme aus dem Boden, der Luft oder dem Grundwasser nutzbar machen und als klimaneutrale Alternative gelten, beheizen bislang lediglich zwei Prozent der Haushalte. Sie werden allerdings schon in 30 Prozent der Neubauten eingebaut.

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Heizkosten steigen künftig auch durch Preis auf CO2

Die CO2-Bepreisung von Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas soll 2021 mit einem Festpreis für Verschmutzungsrechte von zehn Euro pro Tonne CO2 starten, so der Plan des Gesetzgebers. Bis 2025 soll der Preis schrittweise auf 35 Euro steigen. Wie sich diese Neuerung auf die Brennstoffpreise auswirkt, kann Fabricius noch nicht sagen. „Wir müssen erst abwarten, was genau gesetzlich beschlossen wird.“ Ein Anstieg von einigen Cent pro Kilowattstunde hält Fabricius für möglich.

Wer eine alte Ölheizung gegen eine klimafreundlichere Variante auswechselt, soll mit einer Austauschprämie von bis zu 40 Prozent der Kosten gefördert werden. Der Einbau neuer Ölheizungen soll ab 2026 verboten sein – „in Gebäuden, in denen eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist“, so die Gesetzesvorlage. Für die energiesparende Gebäudesanierung ist eine steuerliche Förderung geplant.

Richtiges Heizverhalten kann Heizkosten senken

Ein wesentlicher Faktor zum Senken der Heizkosten liegt im eigenen Verhalten. „Wer auf ein Grad Wärme in der Wohnung verzichtet, spart schon sechs Prozent der Heizkosten“, sagt Florian Munder von der Verbraucherzentrale Berlin. Er empfiehlt eine Temperatur von 20 Grad für Wohnräume. Das Schlafzimmer könne auch etwas weniger beheizt werden – unter Umständen nur bis 18 Grad. Die meisten Heizungen verfügen inzwischen über Thermostatknöpfe mit Ventil. Die Stellung 3 entspricht dabei in der Regel einer Raumtemperatur von 20 Grad. „Je Stufe steigt die Temperatur um drei bis vier Grad an“, sagt Munder.

Und ganz wichtig: Die Türen von Schlafzimmer oder anderen niedriger geheizten Räumen zum Rest der Wohnung müssen geschlossen bleiben. „Es gilt den Austausch zwischen den verschieden erhitzten Luftmassen zu verhindern“, sagt Munder. An den kälteren Stellen bestehe sonst die Gefahr, dass sich Feuchtigkeit niederschlage – das kann zu Schimmel führen. Weitere Tipps, um Heizkosten zu sparen.

Einfache Tricks helfen die Heizkosten im Winter zu senken

Heizkosten senken: Heizungsanlage prüfen und richtig einstellen lassen

Wer das Gefühl hat, dass seine Heizungsanlage nicht richtig eingestellt ist, kann diese bei der Verbraucherzentrale überprüfen lassen. „Der Check ist anbieterneutral“, sagt Munder. Ratsuchende müssen einen Eigenanteil von 30 Euro zahlen, der Rest wird durch öffentliche Förderung übernommen. „Dieser Check wendet sich an alle, die Zugang zur Heizungsanlage haben“, sagt Munder. Das sind neben Eigenheimbesitzern auch Mieter, die eine Gasetagenheizung haben.

Zunächst kommt ein Experte ins Haus, um die Effizienz der Heizung zu überprüfen. Dieser schließt außerdem einen Datenlogger an die Anlage an, der die Funktion der Heizung 24 Stunden lang dokumentiert. Das Ergebnis der Überprüfung wird den Eigentümern oder Mietern per Post zugesandt. „Außerdem gibt es Empfehlungen zur Optimierung der Anlage“, sagt Munder.

Heizkosten-Abrechnung von der Verbraucherzentrale prüfen lassen

Auch Heizungsabrechnungen können von der Verbraucherzentrale geprüft werden. „Bei den Abrechnungen werden öfter Fehler gemacht, als man denkt“, sagt Munder. Die Beratung zur Heizkostenabrechnung in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale sind für die Ratsuchenden kostenfrei. Fabricius kritisiert, dass die Abrechnungen für die Verbraucher schwer verständlich sind. Auf der Webseite heizspiegel.de finden sich Hilfestellungen für das Lesen der Heizkostenabrechnung.

Alles rund um Heizkosten - Tipps von Experten

Online-Heizkostenrechner:Über die Website heizspiegel.de können Verbraucher Daten aus der Heizkostenabrechnung, die Wärmequelle und die Postleitzahl eingegeben werden, um zu erfahren, ob die eigenen Kosten im Vergleich zu anderen Haushalten niedrig, mittel oder hoch sind.

Tipps der Verbraucherzentrale:Auf der Webseite der Verbraucherzentrale gibt es zahlreiche Links zum Thema Heizkosten sparen. Diese beziehen sich zum einen auf das eigene Heizverhalten, zum anderen auf die Optimierung der Heizanlage.

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