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Heizen mit Gas - So sparen Sie wirklich

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Von: Tanja Koch

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Hydraulischer Abgleich
Ein hydraulischer Abgleich hilft dabei, dass in jedem Heizkörper des Hauses ausreichend Wärme ankommt - und man das Ventil nicht zu hoch drehen muss. © Christin Klose/dpa-tmn

Angesichts des Ukraine-Kriegs steigen die Strom-Preise sowie die Angst vor der Gas-Knappheit. So können sich Besitzer:innen von Gasheizungen rüsten.

Berlin – Wird nach der Wartung von Nord Stream 1 wieder Gas von Russland nach Deutschland fließen? Und wie weit werden die bereits hohen Gaspreise noch steigen? Diese Frage beschäftigt momentan Unternehmen wie Privathaushalte, Verbraucher:innen sind zunehmend verunsichert. Der Absatz der Elektroheizgeräte ist vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs laut der Gesellschaft für Konsumforschung zwischen Januar und Mai um 25 Prozent gestiegen. Viele dürften gar darüber nachdenken, auf eine andere Heizungsart umzusteigen oder zumindest auf neuere Technik aufzurüsten. Doch lohnt sich das?

Wie die Energieberatung der Verbraucherzentrale auf ihrer Website erklärt, ist moderne Heiztechnik in der Lage, die Heizkosten von Haushalten um bis zu 30 Prozent zu senken. Der Grund: Neue Heizungen arbeiten bei richtiger Einstellung effizienter. Dadurch sinken nicht nur Brennstoffbedarf, sondern auch die Wartungs- und Reparaturkosten. Die Wohnräume erwärmen sich gleichmäßiger. Wann der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ist, erklärt der Vorstandschef des Energieberaterverbands GIH, Jürgen Leppig, im Interview mit ntv.de: „Wenn sie zu alt ist, also ab etwa zehn Jahren.“

Gasheizung ersetzen: Welche Alternative ist sinnvoll?

Zudem gibt er zu bedenken, dass die Bundesregierung überlegt, auch für Gasheizungen einen Austauschbonus einzuführen. Wer derzeit seine Öl-Heizung austauscht, erhält, je nach Art der neuen Heizung, eine Förderung von 20 bis 40 Prozent. Wer seine Öl-Heizung durch eine neue, effizientere und klimafreundlichere Anlage ersetzt, erhält laut Verbraucherzentrale zusätzliche 10 Prozent.

Wer sich von seiner Gasheizung verabschieden will, solle etwa ein Nah- oder Fernwärmenetz nutzen, empfiehlt Leppig. „Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte den Einbau einer Wärmepumpe prüfen. Das geht aus verschiedenen Gründen wie Schall, Platz oder Wärmebedarf des Gebäudes nicht immer. Eine ‚artgerecht gehaltene‘ Wärmepumpe wird aber in den meisten Fällen die richtige Lösung sein“, erklärt der Experte.

Auch eine Hybridlösung, die eine Wärmepumpe mit einer weiteren Heizung für sehr kalte Wintertage kombiniert, sei zu empfehlen. Das Umweltbundesamt empfiehlt ebenfalls Hybridheizungen. „Sollte es gar nicht möglich sein, brennstofffreie erneuerbare Energien im Haushalt zu nutzen, sollten Sie die Anschaffung eines effizienteren Heizkessels einplanen“, schreiben die Fachleute auf der Website des Umweltbundesamts.

Schritte, um die eigene Gas-Geizung zu optimieren
Werkseinstellungen auf das Gebäude anpassen lassen
Hocheffizienzpumpe anschaffen
Rohrleitungen dämmen
Hydraulischer Abgleich
Vorlaufkurve der Heizung an Temperatur anpassen

So optimieren Sie Ihre bestehende Gasheizung

Auch ohne die eigene Heizungsanlage zu erneuern oder zu ersetzen, haben Verbraucher:innen Spielraum, um die bestehende zumindest zu optimieren, ohne durch Energiesparmaßnahmen direkt zu verzichten. Sie sollten etwa darauf achten, dass die Werkseinstellungen der Heizung auf das jeweilige Gebäude angepasst werden. „Das passiert leider viel zu wenig“, kritisiert Leppig.

Zudem sei zu klären, ob die Heizung eine Hocheffizienzpumpe enthält. „Es gibt noch viele Wärmeheizungsumwälzpumpen, die sehr viel Strom verbrauchen: bis zu 90 statt 8 bis 10 Watt. Eine Hocheffizienzpumpe spart allein in der Garantiezeit mehr ein, als diese kostet. Dadurch kann man bis zu 200 Euro im Jahr sparen“, zitiert NTV Leppig.

Die Dämmung der Rohrleitungen spielt ebenfalls eine Rolle – hier hilft schon günstiges Material aus dem Baumarkt. Ein hydraulischer Abgleich, bei dem unter Umständen auch Ventile getauscht werden müssen, sorge dafür, „dass nur genau so viel Wärme in den Raum gebracht wird, wie benötigt, damit er warm wird.“ Zuletzt rät er, wie kürzlich schon Robert Habeck (Grüne), zur Wartung der Heizung, bei der die sogenannte Vorlaufkurve der Heizung an die Temperatur angepasst wird. Heizlüfter wie viele Menschen sie derzeit kaufen jedoch seien nur für den äußersten Notfall zu empfehlen, da diese enorm hohe Kosten verursachen. (tk)

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