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Sannierung

Wie das Haus energetisch fit wird

Drei Expertinnen berieten zur sinnvollen Sanierung und deren Finanzierungsmöglichkeiten.

Wenn das Haus ein Energiefresser ist und die Brennstoffpreise steigen, wird es teuer. Gegensteuern kann man nur, wenn man energetische Schwachstellen erkennt und abstellt. Oft gibt es sogar Fördergelder für energieeffiziente Sanierungen. Wie man so ein Projekt angeht, erläuterten drei Expertinnen unseren Leserinnen und Lesern.

Unser Fensterbauer hat uns dreifach verglaste Fenster eingebaut. Jetzt zieht es zwar nicht mehr, aber dafür bekommen wir in der Wohnung jetzt Schimmel. Wie kann das sein? Und was können wir dagegen machen?
Dieses Problem entsteht, wenn beispielsweise die Bauhülle nicht gedämmt ist. Dann entstehen Wärmebrücken, die Schimmelbildung befördern. Jetzt können Sie dem nur mit lüftungstechnischen Maßnahmen entgegenwirken. Da bieten sich beispielsweise Fensterfalzlüfter an, die nachträglich eingebracht werden müssen. Es geht darum, die Feuchtigkeit aus dem Raum zu bekommen. Ihr Fensterbauer hätte Sie zu all dem beraten müssen.

Unsere alte Ölheizung muss im nächsten Jahr erneuert werden, sagt der Bezirksschornsteinfegermeister. Zu welcher Alternative raten Sie mir?
Wenn Erdgas anliegt, ist das sicher eine gute Alternative. Sie sollten aber Ihr Haus ganzheitlich von einem Sachverständigen betrachten lassen, um herauszufinden, was unter den gegebenen Umständen wirklich Sinn macht. Es gibt mittlerweile Systeme, die wenig Energie verbrauchen –  etwa Brennstoffzellen oder Pelletheizung –, die vom Staat und vom Land gefördert werden. Beraten werden Sie dazu beispielsweise auch von der Initiative Brennstofftechnik.

Welche Bedingungen sind an die Förderung für eine neue Heizungsanlage gekoppelt?
Es muss sich bei der neuen Heizung um eine effiziente Brennwerttechnik handeln, und es muss ein hydraulischer Abgleich des gesamten Heizungssystems vorgenommen werden. Dabei kann man gegebenenfalls noch einmal bis zu acht Prozent der Heizungskosten einsparen. Die Heizungsrohre im Keller müssen zudem gedämmt sein. Das gehört zu den technischen Mindestanforderungen für eine Förderung.

Wir wollen ein KFW-Darlehen für unsere Sanierung beantragen. Welche Voraussetzungen gelten? Was wird gefördert?
Die KFW fördert die energetische Sanierung von Wohngebäuden, für die der Bauantrag oder die Bauanzeige vor dem 01.02.2002 gestellt wurde. Eine Voraussetzung für diese Förderung ist die Ein-bindung eines Experten für Energieeffizienz. Gefördert werden Einzelmaßnahmen wie die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Keller- und Geschossdecken, Erneuerung der Fenster und Außentüren, Erneuerung oder Optimierung der Heizungsanlage, Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage. Das Darlehen beträgt bis zu 50 000 Euro pro Wohneinheit.

Wir wissen, dass wir an unserem Haus etwas machen müssen, um die Heizkosten zu senken. Doch womit fängt man an?
Holen Sie sich am besten erst einmal einen Gebäudeenergieberater ins Haus. Der schaut sich die Gegebenheiten an und empfiehlt, was in welcher Reihenfolge erfolgen sollte. Sachverständige für eine solche Beratung finden Sie unter anderem unter energie-effizienz-experten.de. Oder schauen Sie unter www.vpb.de sowie bei der HESA, Hessische EnergieSpar-Aktion, nach. Dort sind ebenfalls solche Berater gelistet.

Für unsere geplante Dachdämmung, die Erneuerung der Fenster und der Heizung wollen wir die KFW für die Finanzierung in Anspruch nehmen. Was gibt es da an Kredit?
Dafür gibt es im KFW-Förderprogramm 151 ein zinsverbilligtes Darlehen. Das sind maximal 50 000 Euro pro Wohneinheit. Stellen Sie den entsprechenden Förderantrag bei einem Kreditinstitut Ihrer Wahl oder bei Ihrer Bausparkasse. Je nach Laufzeit haben Sie bei zehnjähriger Zinsbindung einen Effektivzins von derzeit 0,75 Prozent.

Wir bezahlen unsere Sanierung – Dachdämmung, Dämmung der Außenwände – aus eigener Tasche. Es soll aber einen Zuschuss geben. Stimmt das? 
Ja, für Bauherren, die ihre Investitionskosten für energetische Maßnahmen selbst bezahlen, gibt es einen Investitionskostenzuschuss aus dem KFW-Programm „Energieeffizient Sanieren“, Nr. 430. Das sind zehn Prozent der förderfähigen Kosten bei Einzelmaßnahmen, maximal 5 000 Euro pro abgeschlossener Wohneinheit, geschenkt. Sie müssen das Geld nicht zurückzahlen.

Können wir eine Förderung bekommen, wenn wir unser Einfamilienhaus einbruchssicher machen? 
Ja, es gibt aus dem KFW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ einen Investitionszuschuss. Maximal 1 600 Euro gibt es dabei für Maßnahmen, mit denen bei Bestandsgebäuden der Einbruchschutz verbessert wird. Ein Sachverständiger muss die durchgeführten Maßnahmen bestätigen.

Im Frühjahr wird mein Bausparvertrag zuteilungsreif. Kann ich ihn dann für die Sanierung einsetzen?
Ja, das geht. Sie können Ihren Bausparvertrag auch mit KFW-Fördermitteln problemlos kombinieren.

Wir haben das Haus unserer Großeltern geerbt und wollen eine Wärmepumpenanlage einbauen. Geht das? Und gibt es dafür Förderung?
Es ist wegen der niedrigen Vorlauftemperaturen eine Flächenheizung notwendig. Dafür muss jedoch geprüft werden, ob die baulichen Gegebenheiten vorhanden sind. Sollten Sie eine Wärmepumpenanlage einbauen, können Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Förderansprüche geltend machen. Ohne einen Gebäudeenergieberater, der einen individuellen Sanierungsfahrplan für Sie erstellt, können Sie jedoch nicht gefördert werden. Jede fachmännische Beratung vermeidet letztendlich Fehler und spart Geld.

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