Getränkehandel

Bei Hassia sprudelt’s

Mit dem Kultgetränk Bionade will die hessische Mineralwasser-Gruppe in ganz Deutschland wachsen.

Vor 25 Jahren erhielt die Bionade als erste Bio-Limonade in Deutschland ihr Patent. Nach langen Jahren des Experimentierens erfolgte Anfang des Jahrtausends der kometenhafte Aufstieg. Im Rekordjahr 2007 verkaufte man jährlich 200 Millionen der 0,33 Liter-Flaschen. Doch die Preiserhöhung im Jahr 2008, als der Kunde mit einem Schlag ein Drittel mehr bezahlen sollte, hat das „Offizielle Getränk für eine bessere Welt“ – so der Werbeslogan aus dem Jahr 2007 – nicht verkraftet.

Die Zielgruppe aus der Bio-Szene hatte das als Verrat empfunden – und durch Konsumverzicht abgestraft. Als mit der zum Oetker-Konzern gehörenden Radeberger-Gruppe ein Großer der Brau-Branche einstieg, war der Fall des einstigen Szene-Getränks endgültig besiegelt.

Ende 2017 kaufte die Hassia-Gruppe aus Bad Vilbel bei Frankfurt die Bionade GmbH in Ostheim (Rhön). Nun will das Unternehmen mit der Bionade als „Pionier seit 1994“ – so der neue Werbeslogan – den bundesweiten Markt erschließen. Die sprudelnden Erlöse aus dem vergangenen Jahr könnten beflügelnd wirken.

Nach Unternehmensangaben setzte die gesamte Hassia-Gruppe mit ihren bundesweit fünf Brunnenbetrieben, zwei Keltereien sowie der Bionade GmbH im vergangenen Jahr insgesamt 852 Millionen Liter Getränke ab. Das entspricht einem Plus von knapp zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2017.

„Der Umsatz stieg 2018 um rund 14 Prozent auf 280 Millionen Euro“, teilte Dirk Hinkel, Geschäftsführender Gesellschafter der Hassia Gruppe mit. „Deutschlandweit sind wir damit zweitstärkster deutscher Markenanbieter im Bereich der Mineralbrunnen. In den ostdeutschen Bundesländern sind wir Marktführer.“

Bedingt durch den Jahrhundertsommer des vergangenen Jahres sprudelten bundesweit die Brunnen und die Umsätze. So schätzt der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) den Gesamtabsatz der Branche um etwa fünf Prozent höher ein als 2017.

„Wir haben in der gesamten Gruppe von einem außerordentlich guten Geschäft im Jahrhundertsommer 2018 profitiert“, zeigte sich Hinkel mit dem Jahresergebnis sehr zufrieden. Erstmals in der Unternehmensgeschichte liefen am Produktionsstandort der Unternehmenszentrale in Bad Vilbel im August alle sechs Produktionsanlagen rund um die Uhr.

„Wir hatten unseren Dreischichtbetrieb an den Abfüllstraßen durchgehend auch auf das Wochenende ausgeweitet. Wir stoßen damit an unsere Produktionsgrenzen. Mehr ging auch gar nicht“, teilte dazu eine Hassia-Pressesprecherin mit.

Überraschend groß war die Nachfrage vor allem bei den stillen Mineralwassern. Stark gefragt waren regionale Marken wie Hassia, Elisabethen Quelle und Rosbacher in Hessen sowie die Marke Lichtenauer als führende Regionalmarke im Osten Deutschlands. „Durch diese regionalen Marken haben wir die Marktführerschaft der Hassia Mineralquellen bei alkoholfreien Erfrischungsgetränken in Hessen gestärkt“, sagt Hassia-Chef Hinkel. „Gleichzeitig haben wir mit Bionade und Ti erstmals zwei nationale Marken in unsere Strukturen für Handel und Gastronomie integriert.“

Von Matthias Pieren

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