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Studie zu Hartz IV: Nicht alle Beziehende für Abschaffung von Sanktionen

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Von: Ares Abasi

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Agentur für Arbeit
Sanktionen sollen nicht unbedingt angeschafft werden: Hartz-IV-Empfänger:innen sind sich uneinig. © Carsten Rehder / dpa

Das neue Bürgergeld bringt hohe Erwartungen mit sich: Hart-IV-Beziehende wünschen sich zwar mehr Geld, doch nicht unbedingt die Abschaffung von Sanktionen.

Berlin - Hartz-IV-Empfänger:innen erhoffen sich vom neuen Bürgergeld neben höheren Regelsätzen auch mehr Möglichkeiten, Stellenangebote abzulehnen. Aber nicht alle Beziehenden wollen die Sanktionen abschaffen. Eine Umfrage unter langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfänger:innen zeigt eine differenzierte Situation: Wer Termine beim Jobcenter nicht wahrnimmt, vereinbarte Weiterbildungen oder Erwerbstätigkeit ohne zwingenden Grund abbricht, sollte weniger Unterstützung erhalten.

Eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten sprach sich zwar für die Abschaffung der Strafen der Jobcenter-Vermittler aus: Doch mehr als jeder Fünfte will die Sanktionen weiterhin aufrechterhalten. Viele sind jedoch hin- und hergerissen.

Hartz IV: Nicht alle Beziehende wollen Sanktionen

Dem Bericht zufolge stellten die Autor:innen der Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) fest, dass die relativ geringe Zustimmungswerte zu den lockeren Sanktionsregelungen zeigen, dass „langzeitarbeitslose hinsichtlich ihrer Wert- und Gerechtigkeitsorientierungen keineswegs eine homogene Gruppe sind“. Viele Hartz-IV-Empfänger:innen scheinen es als ungerecht zu empfinden, dass andere, die sich nicht an die Regeln halten, ohne Strafe davonkämen.

Doch laut einer Studie des DIW, wie die Süddeutsche Zeitung (2. August) berichtet, wünschen sich viele Beziehende bessere Möglichkeiten zum Nebenverdienst. Zwischen März und Mai wurden 560 Langzeitarbeitslose, in acht Jobcentern im Ruhrgebiet, zum Bürgergeld befragt. Dem Bericht zufolge hofft das DIW, seine Ergebnisse am Mittwoch (03. August) veröffentlichen zu können.

Hartz IV: Beziehende wünschen sich mehr Geld

89 Prozent der befragten Hartz-IV-Empfänger:innen wollen mehr Geld. Der bisherige Regelsatz lag bei 449 Euro pro Monat für Singles und 808 Euro pro Monat für Paare, wobei das Amt Wohn- und Heizkosten übernahm. 75 Prozent der Befragten wollen auch nicht mehr jede zumutbare Arbeit annehmen müssen.

Das Bürgergeld soll zum Jahreswechsel das bisherige Hartz-IV-System ablösen. Über die genaue Berechnung der Regelsätze gibt es Streit in der Ampel-Koalition. (Ares Abasi/afp)

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