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Hartz-IV: Gas- und Strompreise steigen – Was das Jobcenter bezahlt

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Von: Tanja Koch

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Das Thermostat einer Heizung steht auf Null.
Das Thermostat einer Heizung steht auf Null. (Symbolfoto) © Political-Moments/Imago

Aufgrund des Ukraine-Kriegs schießen die Energiekosten in die Höhe. Inwieweit müssen Hartz-4-Empfänger:innen diese selbst tragen?

Berlin – Schon jetzt sind die Gasrechnungen vieler Privathaushalte gestiegen, teils um bis zu 200 Prozent, wie Wirtschaftsminister Robert Habeck laut Handelsblatt erklärte. „Wir müssen uns auf weitere Anstiege gefasst machen“, warnte Habeck. Und auch bei den Strompreisen gibt es enorme Erhöhungen: in Rheinland-Pfalz um bis zu 50 Prozent, wie der SWR berichtete.

Besonders leiden Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, unter den vom Ukraine-Krieg ausgelösten Preissprüngen. „Die Menschen haben natürlich vor zwei Dingen Angst. Erstens: Es kommen die fetten Rechnungen rein. Wobei es weniger darum geht, dass man Angst vor Nachzahlung hat. Die Angst, die da umgeht, ist, dass die neuen Abschläge, die festgesetzt werden, kaum noch zu stemmen sind“, gibt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Wohlfahrtsverbands „Der Paritätische“ laut mdr.de zu bedenken. Immer wieder würde der Verband von besorgten Hartz-4-Berechtigten kontaktiert.

Hartz 4 und Energiekostenanstieg: Jobcenter übernimmt Heizkosten

Doch nicht alle zusätzlichen Kosten müssen Hartz-4-Berechtigte tragen, ein Teil übernimmt das Jobcenter. „Wenn Sie Arbeitslosengeld II beziehen, übernimmt Ihr Jobcenter die Kosten für Unterkunft und Heizung in angemessener Höhe. Welche Kosten angemessen sind, erfahren Sie bei Ihrem Jobcenter“, heißt es etwa auf arbeitsagentur.de.

Bei Überschreiten dieser Angemessenheitsgrenze, etwa, wenn die Wohnung größer ist als nötig, ordne das Jobcenter einen Umzug an oder dass ein Zimmer untervermietet werden muss. Kommt es zu Preiserhöhungen oder Nachzahlungen, übernimmt das Jobcenter diese in der Regel – unterhalb der Angemessenheitsgrenze – vollumfänglich.

Hartz-4-Berechtigte müssen ihre Stromkosten selbst tragen – inklusive Preiserhöhung

Die Kosten für Strompreise allerdings sind laut arbeitsagentur.de über die Regelleistung zu tragen. „Bitte beachten Sie, dass das Jobcenter keine Nachzahlungen für Strom übernimmt“, heißt es ergänzend. Von den 449 Euro, die Empfänger:innen pro Monat erhalten, sind 8,48 Prozent für Strom angedacht, also knapp über 38 Euro.

Inklusive der Strompreiserhöhungen reicht dieser Betrag derzeit nicht aus. Sozialverbände haben deshalb bereits gefordert, dass auch die Stromrechnungen vom Jobcenter komplett übernommen werden. Entsprechende Pläne gibt es jedoch nicht. Lediglich ein Hartz-4-Bonus von 200 Euro ist kürzlich beschlossen worden, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu stemmen. (tk)

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