1. Startseite
  2. Wirtschaft

Hartz-4-Erhöhung: So viel Geld bekommen Beziehende jetzt im Monat

Erstellt:

Von: Fee Halberstadt

Kommentare

Seit Anfang des Jahres bekommen Menschen, die Hartz-4 beziehen, in Deutschland mehr Geld. Die Erhöhung trifft jedoch auf Kritik, da sie nicht ausreiche.

Frankfurt – Die steigenden Lebenshaltungskosten betreffen alle Bürgerinnen und Bürger, aber ärmere Familien und Personen belastet es deutlich mehr. Der Betrag des Arbeitslosengeldes 2, auch Hartz 4 genannt, wurde bereits zu Beginn des Jahres erhöht. Allerdings gibt es ebenfalls Kritik, da diese Erhöhung nun aufgrund der steigenden Kosten nicht ausreichend sei.

Circa 2,68 Millionen Haushalte beziehen Hartz IV und erhalten seit Jahresbeginn im Schnitt 1068 Euro im Monat. Somit steht ihnen 21 Euro mehr als im Vorjahr zur Verfügung. Außerdem entschloss die Bundesregierung im Zuge des Entlastungspakets ebenfalls Hartz-4-Beziehende einen Bonus auszuzahlen, der 200 Euro beträgt.

Höchste Hartz-4-Zahlung:Geringste Hartz-4-Zahlung:
Groß-Gerau (1214 Euro/pro Haushalt)Hildburghausen in Thüringen (813 Euro/pro Haushalt)
Main-Taunus-Kreis (1211 Euro/pro Haushalt)Sächsisches Erzgebirgskreis (831 Euro/pro Haushalt)
Offenbach (1204 Euro/pro Haushalt)Bautzen (850 Euro/pro Haushalt)

Hartz-4-Erhöhung 2022: Beziehende bekommen rund 18 bis 31 Euro mehr im Monat

Single-Haushalte von Hartz 4-Beziehenden haben nun Zahlungsansprüche von durchschnittlich 858 Euro (22 Euro mehr) im Monat, wie die Bild unter Berufung auf neue Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) berichtete. Demnach hatte die BA die Regelsätze im Januar um drei Euro pro Erwachsenem erhöht. Alleinerziehende erhalten inzwischen 1128 Euro (22 Euro mehr). Partner-Haushalte ohne Kinder kommen auf 1131 Euro (18 Euro mehr), Partner mit Kindern auf 1714 Euro (31 Euro mehr).

Wegen der hohen Mieten erhalten Sozialhilfe-Empfänger in München und Groß-Gerau am meisten – 1214 Euro pro Haushalt. Dahinter liegen der Main-Taunus-Kreis (1211 Euro), Offenbach (1204 Euro) und der Hochtaunuskreis (1195 Euro). Berliner Hartz-4-Empfänger bekommen im Schnitt 1171 Euro. Am wenigsten gibt es in Hildburghausen (Thüringen) mit 813 Euro, im sächsischen Erzgebirgskreis (831 Euro) und Bautzen (850 Euro).

Die Beiträge für Hartz-IV-Empfangende ist um etwa zwei Prozent erhöht worden. (Symbolbild)
Die Beiträge für Hartz-IV-Empfangende ist um etwa zwei Prozent erhöht worden. (Symbolbild) © Carsten Rehder/dpa

Erhöhung der Hartz-4-Sätze reicht nicht aus: „Wovon sollen sie das bezahlen?“

Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen (LAK) kritisiert die jüngste Erhöhung der Beträge von Hartz 4 als unzureichend. „Die Aufschläge insgesamt betragen zwei Prozent, wobei die reine Erhöhung der Regelsätze im Januar mit drei Euro lächerlichen 0,7 Prozent entsprach. Die Inflationsrate in Deutschland wird dagegen im April 2022 voraussichtlich 7,4 Prozent betragen“, betonte LAK-Geschäftsführer Klaus Dieter Gleitze.

Um Hartz-4-Bezieherinnen und -Beziehern weiterhin eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu gewährleisten, sei eine Erhöhung von Regelsätzen und Grundsicherung von derzeit 449 auf 600 Euro dringend geboten. „Die Situation von Armen verschärft sich angesichts sich häufender Krisen permanent. Offizielle Empfehlungen, sich Notvorräte anzulegen, klingen in den Ohren von Armen wie Hohn. Wovon sollen sie das bezahlen?“, betonte Gleitze. Die Konferenz hält es deshalb für sinnvoll, eine weitere Erhöhung der Hartz-4-Beträge und zudem noch eine Vergünstigung der Mehrwertsteuer auf Strom, Gas und Grundnahrungsmittel durchzuführen. (fh mit AFP/epd)

Auch interessant

Kommentare