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Donald Trump droht Strafzölle für importierte Autos an.

Trumps Sonderzölle

Handelskriege sind nicht zu gewinnen

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Nach Trumps Androhung von Importzöllen auf Stahl und Autos muss die EU so lange Gegenwehr leisten, bis selbst der US-Präsident einsieht, dass Handelskriege nicht zu gewinnen sind. Unser Kommentar.

Spätestens seit der Kontinentalsperre, mit der Napoleon seinen Erzfeind Großbritannien in die Knie zwingen wollte, weiß man, dass Handelskriege nicht zu gewinnen sind und sich im Zweifel gegen den Urheber richten. Es muss angenommen werden, dass US-Präsident Donald Trump noch nie von der Blockade der britischen Wirtschaft zwischen 1806 und 1814 gehört hat. Jedenfalls ist er sich sicher, dass es ausgerechnet ihm gelingen wird, einen Handelskrieg für sich zu entscheiden. 

Wie blind muss man sein. Wenn Trump jetzt, nach der Ankündigung von Strafzöllen der Europäischen Union und von China, wiederum Gegenmaßnahmen gegen die Gegenmaßnahmen androht, dann müsste doch auch dem US-Präsidenten klar sein, dass er schon mittendrin in einem Teufelskreis steckt, der am Ende zum Fiasko führen wird. 

Die heimische Industrie sieht das und hat bereits vor Schäden für die US-Wirtschaft und die Verbraucher durch höhere Preise gewarnt. Zu Recht: In den USA sind 6,5 Millionen Menschen direkt und indirekt mit der Verarbeitung von Stahl und Aluminium beschäftigt – aber nur wenige Hunderttausend in der Erzeugung, die Trump vorgeblich schützen will. 

Doch Trump ist Argumenten gegenüber nicht zugänglich. Das macht ihn so gefährlich. Er reagiert nur auf Imponiergehabe. Dann bitte: Auch wenn es albern und niveaulos ist, müssen die Europäische Union und andere betroffene Staaten so lange Gegenwehr leisten, bis selbst Trump einsieht, dass ein Handelskrieg tatsächlich nicht zu gewinnen ist. 

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