Container werden am Hafen per Hubwagen umgeladen.
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Container werden am Hafen per Hubwagen umgeladen.

Hamburger Hafen

Handel mit China boomt

Das Reich der Mitte bringt ein Drittel des Umschlags. Die große Krise aber ist noch nicht überwunden. Die europäischen Konkurrenten Rotterdam und Antwerpen sind da weiter.

Von Hermannus Pfeiffer

Seit Deutschlands Exportmaschine wieder brummt, findet auch der Hamburger Hafen in die Erfolgsspur zurück. Mit 121 Millionen Tonnen Gesamtumschlag erreichte Deutschlands größter Seehafen 2010 ein Plus von fast zehn Prozent. Und auch für dieses Jahr ist Hafen-Sprecherin Claudia Roller „frohen Mutes“ und erwartet im Containerumschlag einen Zuwachs von knapp zehn Prozent.

Im Gegensatz zu seinen beiden europäischen Konkurrenten Rotterdam und Antwerpen hat Hamburg jedoch noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Besonders erfolgreich verlief das Geschäft mit den Containerschiffen. In den 20-Fuß-Standardcontainern werden Autoteile ebenso verschifft wie Maschinen und Kaffeebohnen.

2010 gingen über die Hamburger Kaikanten 7,9 Millionen TEU – Twenty-foot Equivalent Unit ist die international standardisierte Einheit der Ladekapazität von Containerschiffen. Bei dem Plus von fast 13 Prozent profitierten die 200 Hafenfirmen vor allem vom deutschen Exportboom und den stark gestiegen Importen. Zudem legten die für Hamburg wichtigsten Fahrgebiete Ostsee, Osteuropa und China kräftig zu. Allein auf China entfällt weiterhin ein Drittel des gesamten Umschlags.

Mit rund acht Millionen TEU ist das Tor zur Welt aber immer noch ein gutes Stück entfernt von den rund zehn Millionen TEU in 2008 und noch weiter entfernt von früheren optimistischen Prognosen. „Wir haben trotz der guten Aufholentwicklung im Laufe der zweiten Jahreshälfte das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht“, sagte Claudia Roller vom Vorstand der Hafen Hamburg Marketing (HHM). Erst für 2012 erwartet die oberste Hafen-Repräsentantin wieder an frühere Rekordzahlen anknüpfen zu können. Obendrein ist in der Krise Antwerpen vorbeigezogen (2010 etwa 8,5 Millionen TEU) und Rotterdam wieder enteilt (11,5).

Grund genug also für einen zünftigen Hafenstreit. Immer noch ist die Vertiefung der 100 Kilometer langen Hafenzufahrt nicht gesichert. Ökologisch wie ökonomisch bleibt die Elbvertiefung umstritten. Das „Regionale Bündnis gegen Elbvertiefung“ legte eine Studie vor, wonach selbst riesige Schiffe die Elbe problemlos passieren könnten. Das seien „Zahlenspielereien“, konterte Wirtschaftssenator Ian Karan (parteilos). Die großen Pötte könnten Hamburg lediglich halb leer anlaufen. Die Elbvertiefung bleibe daher eine „Existenzfrage“. Gestritten wird auch um die zukünftige Hafenstrategie. In Hamburg tobt der Wahlkampf. Am 20. Februar wird in der Hansestadt eine neue Bürgerschaft gewählt.

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