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Im Hamburger Hafen könnten die ersten radioaktiv verstrahlten Schiffe schon bald eintreffen (Archivbild)
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Im Hamburger Hafen könnten die ersten radioaktiv verstrahlten Schiffe schon bald eintreffen (Archivbild)

Importierte Katastrophe

Hamburg fürchtet verstrahlte Schiffe

Noch sind die Schiffe aus Japan auf hoher See und tragen eine unsichtbare Last: Radioaktive Strahlung. Die Sorge vor kontaminierten Schiffen treibt der Hamburger Hafenwirtschaft die Sorgenfalten auf die Stirn. Der Hafenkonzern fordert Strahlengrenzwerte.

Der Hafenlogistikkonzern HHLA schloss sich Forderungen der Innenbehörde an und drängte auf Vorgaben des Bundes und der EU für den Umgang mit möglicherweise verstrahlten Schiffen. Die ersten Frachter, die nach der Havarie des Atomkraftwerks Fukushima durch radioaktive Wolken gefahren oder deren Ladung belastet sein könnten, werden Mitte April in Deutschlands größtem Hafen erwartet. „Wir fordern eindeutige Grenzwerte, die derzeit nicht bestehen“, sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Peters am Donnerstag bei der Bilanzpräsentation. Er verwies auf die Luftfahrt, wo entsprechende Vorgaben bereits existierten.

Die Hamburger Behörden erarbeiten derzeit Maßnahmen für den Umgang mit Schiffen aus Japan. Bisher hat hierzulande kaum jemand Erfahrungen mit verstrahlter Ladung. Peters machte deutlich, dass er keine Panikstimmung verbreiten wolle. Die Hafenunternehmen müssten aber vorbereitet sein. Peters verlangte ferner ein europaweites Kontrollsystem, um Schiffe bei Überschreiten der EU-Grenzen zu kontrollieren.

Schiffe, die in Hamburg ankommen, haben in der Regel bereits in anderen europäischen Häfen festgemacht. In Europas größtem Hafen Rotterdam verlangen die Behörden Medienberichten zufolge schriftliche Garantien der Reedereien, dass aus Asien einlaufende Frachter nicht verstrahlt sind.

Das Bundesumweltministerium will bis Mitte April entscheiden, ob und welche Maßnahmen getroffen werden müssten. Die EU hat eine Koordinierung abgelehnt. Jedes Land trage allein Verantwortung für Kontrollen, damit kein Arbeiter etwa beim Entladen der Schiffe einer Strahlung ausgesetzt sei, die die geltenden Obergrenze übersteige, hatte eine Sprecherin gesagt.

Umsatz soll um zehn Prozent wachsen

Während laut Peters „eine Vielzahl von Aktivitäten“ im Gange ist, um sich auf Schiffe aus Japan vorzubereiten, läuft das Geschäft der HHLA bisher gut. Die ersten drei Monate seien „sehr vielversprechend“. Für dieses Jahr kündigte der Manager einen Zuwachs der in Hamburg und im Schwarzmeerhafen Odessa bewegten Container um rund zehn Prozent an. In der gleichen Größenordnung sollen die Transportvolumina im Hinterlandverkehr wachsen, in dem die HHLA die im Hafen angekommenen Container mit Zügen nach Osteuropa weitertransportiert. Auch der Umsatz soll um zehn Prozent zulegen und die Rendite weiter steigen. Voraussetzung für das Erreichen der Ziele sei, dass die Weltkonjunktur nicht aus dem Tritt gerate. (rtr)

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