Hamburg

70 Flüge fallen aus

Das Bodenpersonal am Airport Hamburg ist im Warnstreik für ein Lohnplus.

Ein ganztägiger Warnstreik des Bodenpersonals am Hamburger Flughafen hat am Montag den Flugverkehr beeinträchtigt. Bis zum Mittag waren 72 Flüge ausgefallen, teilte eine Sprecherin des Flughafens am Nachmittag mit. Darunter waren 34 Ankünfte und 38 Abflüge. Das ist fast jeder fünfte der 388 für den Tag geplanten Flüge ab und nach Hamburg. Ungefähr 9000 Fluggäste konnten gar nicht fliegen, weitere 50 000 waren von schleppender Abfertigung betroffen. Im Laufe des Tages könnten jedoch weitere Flugausfälle dazukommen. Mehrere Flüge von und nach Frankfurt und München fielen aus, aber auch andere Verbindungen waren betroffen, etwa nach Zürich, Wien, Kopenhagen und Stockholm.

Von drei Uhr an legten die Mitarbeiter der Frühschicht ihre Arbeit nieder, wie eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi am Montag sagte. Zwischen 12 und 14 Uhr sollten auch die Mitarbeiter der Spätschicht dazustoßen. Zum Bodenpersonal zählen Beschäftigte, die für die Gepäckverladung, die Abfertigung von Flugzeugen und die Busse zuständig sind.

Grund für den kurzfristig angekündigten Warnstreik war das nach Ansicht von Verdi unzureichende Arbeitgeberangebot in der laufenden Tarifrunde mit dem Arbeitgeberverband Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg (AVH). Verdi fordert für die fast 1000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste eine monatliche Tariferhöhung von 275 Euro für alle.

„In den Tarifverhandlungen wurde uns mitgeteilt, dass 140 Euro mehr pro Flieger verlangt werden müssten“, sagte die Verdi-Sprecherin. Bei durchschnittlich 124 Passagieren pro Flug sei das nur etwa ein Euro pro Fluggast, um die Forderungen der Gewerkschaft vollständig erfüllen zu können. „35 Leute sind mit der Abfertigung einer Maschine beschäftigt. Da müssen sich die Menschen auch mal überlegen, wie viel sie für ihr Ticket zahlen“, sagte sie.

Scharf reagierte der Flughafenverband ADV. „Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass Verdi seine Interessen auf dem Rücken der Reisenden austrägt“, sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Das „rücksichtslose Vorgehen“ zerstöre die Verhandlungsbasis. (dpa)

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