Bankenfusionen

Haltet die Banken klein!

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Die Rufe nach einer Konsolidierung in der Bankenbranche werden lauter und zahlreicher. Erinnert sich keiner mehr daran, welches Risiko Großbanken, zumal labile, für die Wirtschaft darstellen?

Es mutet an wie ein Scherz, jedoch gibt es keinen Zweifel daran, dass die Forderungen ernst gemeint sind. Ausgerechnet rund um den Jahrestag der Lehman-Pleite vor zehn Jahren werden die Rufe nach noch größeren Banken zahlreicher und lauter. In Europa, aber auch in Deutschland. Hierzulande ist es Finanzminister Olaf Scholz (SPD), der den Finanzriesen das Wort redet, und der völlig zurecht umgehend von der Wirtschaftsweisen Isabel Schnabel daran erinnert wurde, welches Risiko Großbanken, zumal labile, für die Wirtschaft darstellen.

Statt Banker zu ermutigen, über die Fusion ihrer Geldhäuser nachzudenken, sollte die Politik diese Überlegungen im Keim ersticken. Zwei torkelnde Großbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank zu einem Riesen zu fusionieren, der dann vielleicht gesundet, vielleicht aber auch kollabiert, und damit eine ungeheure Gefahr darstellt, ist eine groteske Idee.

Es war eine zentrale Lehre der Finanzkrise, dass kein Geldinstitut mehr so groß sein darf, dass es im Falle einer wirtschaftlichen Schieflage nicht abgewickelt werden könnte. Diese Lehre scheint man nun in atemberaubenden Tempo verdrängen und vergessen zu wollen. So aber geht es nicht. Die Risiken im Finanzsektor sind noch immer immens. Alles, was sie noch vergrößert, geht in die falsche Richtung. Europa geht es nicht dann gut, wenn die Banken groß sind, es geht ihm dann gut, wenn dem Finanzkasino Einhalt geboten und die Realwirtschaft geschützt wird.

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