Arbeitswelt

Die Hälfte arbeitet im Stehen

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Die Linksfraktion fordert besseren Schutz für besonders belastete Beschäftigte.

Trotz der Zunahme von Bürotätigkeit unter anderem durch die Digitalisierung muss noch immer mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland häufig im Stehen arbeiten. Über ein Viertel der Betroffenen fühlt sich durch die stehende Tätigkeit belastet – mit steigender Tendenz. Das ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Bundestag, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Danach müssen über alle Branchen hinweg 54 Prozent der Beschäftigten häufig im Stehen arbeiten. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber 2006, als der Anteil noch 56 Prozent betrug. Gleichzeitig stieg aber der Anteil derjenigen, die das Stehen als Belastung empfinden – der Wert wuchs in dem Zeitraum von 22 auf 27 Prozent.

Spitzenreiter bei den Branchen mit stehender Tätigkeit sind mit einem Anteil von rund 92 Prozent die Lebensmittelherstellung und -verarbeitung sowie der Hoch- und Tiefbau. Am wenigsten im Stehen gearbeitet wird in der Finanzbranche mit einem Anteil von knapp acht Prozent.

Männer müssen danach häufiger im Stehen arbeiten als Frauen (55 zu 52 Prozent), Frauen fühlen sich allerdings öfter dadurch belastet (28 zu 26 Prozent). Die Regierung beruft sich bei den Angaben auf die alle sechs Jahre durchgeführte Erwerbstätigenbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Die für den Arbeitsmarkt zuständige Sprecherin der Linksfraktion, Jutta Krellmann, warf Bundesregierung und Arbeitgebern vor, sich nicht ausreichend um den Arbeitsschutz zu kümmern. „Arbeit darf nicht krank machen. Wer den ganzen Tag auf den Beinen ist, muss besonders geschützt werden“, sagte sie dem RND. Nur in jedem zweiten Betrieb würden Gefährdungsbeurteilungen am Arbeitsplatz durchgeführt, kritisierte die Abgeordnete. „Wir brauchen endlich wieder flächendeckende Arbeitsschutzkontrollen. Die Bundesregierung muss hierfür die Rahmenbedingungen schaffen“, forderte die Linken-Politikerin.

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