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Krypto-Hack

Hacker überweist 600 Millionen gestohlene Dollar zurück

  • VonLukas Zigo
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Ein Hacker begeht den größten Krypto-Raub der Geschichte - nur um auf Schwachstellen hinzuweisen.

New York - 600 Millionen US-Dollar. Geld, das jemand, einmal im Besitz, im Normalfall nicht so schnell wieder hergeben würde. Und doch ist es genau das, was sich am Donnerstagabend (12.08.2021) abspielte. Der als „Mr. White Hat“ bezeichnete Hacker hatte da nämlich den letzten Rest der von ihm Erbeuteten Kryprowährung an die betroffene Plattform Poly Network zurücküberwiesen. Das berichtete die Plattform via Twitter. Die Rücküberweisung sei allerdings noch nicht vollends abgeschlossen.

Poly Network berichtete, der Hacker hätte ihnen die Kryptowährung Ethereum im Wert von 4,6 Millionen US-Dollar, 252 Millionen US-Dollar in Binance Token sowie 85 Millionen US-Dollar in Polygon zurücküberwiesen. Offen seien zunächst noch 268 Millionen US-Dollar in Ethereum gewesen. Diese, so teilte die Plattform im Nachgang mit, seien nun vollends übertragen worden.

Extremes Vorgehen des Hackers diente dem Hinweis auf Schwachstellen

Es erhärtet sich der Verdacht, dass hier kein gewöhnlicher Krimineller am Werk gewesen ist. Vielmehr scheint es so, als handelte es sich um einen sogenannten „Mr. White Hat“. Das ist im Jargon der Sicherheitsbranche ein gutartiger Hacker. Dieser wollte wohl mit diesem extremen Vorgehen auf existierende Sicherheitslücken hinweisen.

Auch die Spuren, die Tom Robinson, Mitbegründer von Elliptic, eines Londoner Blockchain-Analyse und Compliance Unternehmens, in den öffentlich einsehbaren Überweisungen des Hackers entdeckte, deuteten darauf hin. Robinson veröffentlichte eine dreiseitige Frage-Antwort-Runde des Hackers in Form eines Selbstinterviews.

Hacker: Ich habe genug Geld

Digitales Geld visualisiert

In besagtem Text behauptet der Hacker, er habe keinerlei Interesse an dem Geld. „Ich habe genug Geld“, lautete seine Aussage. Der Diebstahl solle die Schwachstellen im System von Poly Network aufzeigen. Er habe stets geplant, die Beträge später zurückzugeben. In seinen Notizen schreibt der Hacker: „Ich weiß, es tut weh, wenn Menschen angegriffen werden, aber sollten sie nicht etwas aus diesen Hacks lernen?“ Die „Token“ habe er übertragen, um diese in Sicherheit zu bringen, hätte aber nichts davon verkauft.

Auf die Frage, warum er die gestohlenen Werte nicht in einem Aufwasch zurücküberweisen habe, antwortetet der Hacker in der Ethereum-Blockchain wie folgt: „Ich brauchte Zeit, um mit dem Team von Poly Networks zu reden. Sorry, das ist der einzige Weg, um meine Würde zu bewahren, ohne meine Identität preiszugeben. Und ich musste mich etwas ausruhen.“

Hacker verweist auf deutschen Philosophen

Interessanterweise sind in den Bemerkungen des Hackers Querverweise auf den deutschen Philosophen Martin Heidegger zu finden. So heißt es dort auf Englisch: „Ich erforsche seit einiger Zeit den Sinn des Lebens und hoffe, dass mein Leben aus einzigartigen Abenteuern bestehen kann. Daher lerne und hacke ich gerne alles, um gegen das Schicksal zu kämpfen.“ Des Weiteren folgen drei Worte auf Deutsch: „Sein zum Tode“. Heidegger verwendet diese Wortfolge, um zu beschreiben, dass die Sterblichkeit und Endlichkeit des Daseins auch das Leben bestimmen. (Lukas Zigo/dpa)

Rubriklistenbild: © imago images/Panthermedia

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