1. Startseite
  2. Wirtschaft

Sie haben es nicht kapiert

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Luttmer

Kommentare

Die beiden Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain (r.) und Jürgen Fitschen sollen mehr Festgehalt bekommen, wenn die Aktionäre die Bonusgrenze nicht anheben.
Die beiden Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain (r.) und Jürgen Fitschen sollen mehr Festgehalt bekommen, wenn die Aktionäre die Bonusgrenze nicht anheben. © dpa

Die Banker scheinen nicht verstehen zu wollen, dass in ihrer Branche bei der Bezahlung etwas kolossal schiefläuft. Ein Kommentar.

Sie scheinen es nicht verstehen zu wollen, die Banker. Dass in ihrer Branche bei der Bezahlung einfach etwas kolossal schiefläuft. Eine Lehre aus der Finanzkrise müsste eigentlich sein, dass die Vergütungen in der Bankbranche sinken müssen. Vor allem im Investmentbanking und im Management der Großbanken.

Doch statt sich in etwas mehr Bescheidenheit zu üben, haben die Großbanken nichts Besseres zu tun, als ihre Bonusgrenzen zu erhöhen. Die Argumente dafür sind fadenscheinig. Sie behaupten, dass sie sonst ihr bestes Personal verlieren würden. Tatsache ist aber doch: Die meisten Menschen sind wenig mobil, sie wollen nicht einmal von Frankfurt nach Stuttgart ziehen. Ein paar Top-Leute könnten gehen – aber die wenigsten Menschen sind im Job unersetzlich. Und: Es geht doch nicht immer nur ums Geld. Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter auch mit anderen Argumenten, etwa einer guten Work-Life-Balance, überzeugen.

Außerdem sagen die Banken: Wenn die Boni zu sehr beschränkt werden, müssen die Banken eben die Fixgehälter anheben. So hat die Deutsche Bank erklärt, dass ihre beiden Chefs statt zuletzt 2,3 Millionen Euro Festgehalt eben 5,9 Millionen Euro bekommen werden, sollten die Aktionäre die Bonusgrenze nicht anheben. Ansonsten – oh nein – könnte ja die Gesamtvergütung, also Fixgehalt plus Bonus, sinken, so die, natürlich nicht wörtliche, Begründung. Die Deutsche Bank hat es nicht begriffen – und steht damit leider nicht alleine da.

Auch interessant

Kommentare