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Das neu Jahr

Gute Vorsätze? Bitte nicht!

Es braucht viel mehr als nur eine Absicht. Der Dreh- und Angelpunkt ist die Entscheidung - und die braucht eine emotionale Grundlage.

Von Stephanie Borgert

Ich werde 2017 mehr Sport machen und mich gesund ernähren.“ – „Im kommenden Jahr ist unser Ziel eine höhere Produktivität, mehr Kundenorientierung, wertschätzende Zusammenarbeit, bla, bla, bla …“

Ob privat oder beruflich, in der Familie oder Organisation, gute Vorsätze sind vor allem eines: zum Scheitern verurteilt. Und spätestens zu Karneval fragen wir uns, warum es mit dem Abspecken mal wieder nicht geklappt hat, und am Ende des 1. Quartals resümieren wir, dass die Chefs ihre Mitarbeiter immer noch wie Denkvieh behandeln.

Aber warum nur? Die Antwort sei ganz einfach, behaupten viele Experten: Es liegt am inneren Schweinehund. Der wohnt in jedem Menschen und wartet nur darauf, Vorsätze zunichte zu machen. In den Organisationen liegt es daran, dass Veränderungen eh schwer und Mitarbeiter veränderungsunwillig seien. Das predigt zumindest das Change-Management seit Jahrzehnten. Das sind sehr bequeme Erklärungen, weil wir uns damit auch gleich aus der Verantwortung stehlen können. Gleichzeitig ist das papperlapapp.

Es fängt schon damit an, dass ein Vorsatz gefasst wird. In der Psychologie steht der Begriff für die Absicht, ein bestimmtes Verhalten auszuführen. Es braucht jedoch mehr als eine Absicht. Es braucht eine Entscheidung. „Ich habe nicht die Absicht, mehr Obst zu essen, ich entscheide mich für mehr Obst.“ Qualität und Verbindlichkeit sind damit völlig andere. Jetzt wird noch Geduld als weitere Zutat benötigt, und daran mangelt es bisweilen.

Ursache und Wirkung liegen zeitlich oft nicht nah beieinander, weshalb wir auf gewünschte Effekte warten müssen. Nach zwei Tagen mit Obstsalat sinkt das Körpergewicht nicht um zehn Kilo. Mit dem Aufhängen eines Plakates „Ab heute vertrauen wir uns“ ändern sich Denken und Handeln nicht auf Knopfdruck. Dies sind Prozesse, sie benötigen Zeit um sich zu etablieren.

Also ist es doch wieder langwierig und schwierig? Mitnichten. Der Dreh- und Angelpunkt ist die Entscheidung. Und das geht schnell und ist auch nicht schwer. Damit sie aber nicht zu einem Vorsatz verkommt, braucht sie eine emotionale Grundlage. Das, um was es geht, muss einen Wert haben und relevant sein. Sonst findet die Auseinandersetzung nur „im Kopf“ statt und es wird sich wieder „was vorgenommen“. Ich wünsche ein frohes neues Denken.

Die Autorin ist Managementberaterin. Zuletzt erschien von ihr das Buch „Die Irrtümer der Komplexität“.

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