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Digitalisierung

Gruselige Aussichten

  • Heinz-Josef Bontrup
    VonHeinz-Josef Bontrup
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Die Digitalisierung schafft eine neue Machtordnung. Eine völlig versagende Politik hat diese privatwirtschaftliche Konzentration zugelassen.

Die Digitalisierung der Wirtschaft ist in aller Munde. Viele machen sich Sorgen um Arbeitsplatzverluste. Die sind berechtigt. Die Unternehmensberatung Mc Kinsey erwartet einen Rückgang des Arbeitsvolumens um ein Viertel. Schon bis 2030! Und das vor dem Hintergrund bestehender Massenarbeitslosigkeit – nicht nur in Deutschland. „Der Kapitalismus wird die Digitalisierung nicht überleben“, prognostiziert Leonhard Fischer, Ex-Chef der Winterthur-Versicherung. Das könnte passieren. Nicht menschliche Revolutionen beseitigen das System, sondern die Technik wird zum Totengräber der Ausbeutungsordnung.

Digitalisierungen schüren Ängste, weil sich dahinter systematische Rechenvorgänge (Algorithmen) verbergen, die nur dem jeweiligen Programmierer wirklich bekannt sind. Programmieren können die Menschen aber nicht. Sie müssen den Algorithmen, der Technik, blind vertrauen und werden zu nichtwissenden Anwendern degradiert. Der Technik-Chef von Amazon, Werner Vogels, geht schon weiter: „Algorithmen sind die alte Welt. Sie bedeuten, dass ein Ingenieur eine Lösung für ein Problem programmierte. Die neue Welt ist maschinelles Lernen. Es gibt keinen Ingenieur mehr, der einer Maschine vorgibt, wie sie eine Problemstellung lösen soll. Die neuen Systeme sind viel schlauer: man stellt ihnen eine Frage und die Maschine muss dann selbst herausfinden, wie sie zu einer Antwort kommt.“

So könnte sich am Ende die IT-Welt verselbständigen. Gruselige Aussichten. Heute wird die Welt der Bits und Bytes schon von ein paar Monopolen beherrscht, die in den vergangenen 25 Jahren aus dem Nichts entstanden sind. Sie zählen zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Die Marktkapitalisierung von Apple, der Google-Mutter Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook liegt mittlerweile bei 3,4 Billionen US-Dollar und der Wert wächst täglich. Die Eigentümer der Firmen zählen zu den acht reichsten Menschen auf der Erde. Zum Vergleich: Ganz Deutschland müsste für einen Aufkauf der Digitalisierungs-Giganten mehr als ein Jahr lang hart arbeiten.

Eine völlig versagende Politik hat diese privatwirtschaftliche Macht zugelassen. Dies wird der Menschheit in Zukunft keine Wohlfahrtsgewinne bescheren, sondern es wird ein hoher gesellschaftlicher Preis zu zahlen sein.

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