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Grundsteuer: Was sich künftig für Mieterinnen und Mieter ändert

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Von: Lisa Mayerhofer

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Neubauten der HOWOGE an der Herrmann-Dorner-Allee in Berlin Adlershof.
Der Vermieter darf gemäß der Betriebskostenverordnung die Grundsteuer als Teil der Nebenkosten auf die Mieter umlegen. (Symbolbild) © Jochen Eckel/Imago

Ab 2025 gilt die neue Grundsteuer. Eigentümer:innen müssen deshalb bis Ende Januar eine Grundsteuer-Erklärung abgeben. Die Reform dieser Steuer hat aber auch Auswirkungen auf Mieter:innen.

Berlin – Die Reform der Grundsteuer ist ein gewaltiges Projekt für alle Beteiligten: 36 Millionen Grundstücke in Deutschland müssen neu bewertet werden. Das geschieht auf Grundlage von Angaben, die Eigentümer:innen in Form einer Grundsteuer-Erklärung zwischen Juli und Januar einreichen müssen. Auch Mieter:innen werden von der Reform betroffen sein.

Vermieter:innen dürfen Grundsteuer auf Mieter:innen umlegen

Der Grund für die Grundsteuer-Reform: Das Bundesverfassungsgericht hatte 2018 eine Neuregelung gefordert, da die Finanzämter den Wert einer Immobilie bisher auf Grundlage völlig veralteter Daten berechnet hatten, wie merkur.de berichtet. Die aktuellen Daten, die die Eigentümer:innen nun einreichen müssen, werden dann von den Behörden verrechnet und eine neue individuelle Steuerhöhe für die Betroffenen festgesetzt. Diese neue Grundsteuer tritt dann ab 2025 in Kraft.

Dabei betrifft die Grundsteuer-Reform nicht nur Eigentümer:innen und Vermieter:innen – sondern auch Mieter:innen. Denn der Vermieter darf gemäß der Betriebskostenverordnung die Grundsteuer als Teil der Nebenkosten auf die Mieter:innen umlegen – vorausgesetzt, die Übernahme der Nebenkosten wurde im Mietvertrag so festgelegt. Bei einem Mehrfamilienhaus wird die Grundsteuer auf den Anteil der Wohnfläche der vermieteten Wohnung heruntergebrochen.

Grundsteuer könnte in manchen Regionen ab 2025 höher ausfallen

Mieter:innen zahlten dem Deutschen Mieterbund zufolge bisher durchschnittlich 18 Cent Grundsteuer pro Quadratmeter und Monat. Wer beispielsweise also eine Wohnung mit 100 Quadratmetern mietet, muss durchschnittlich rund 216 Euro jährlich für die Grundsteuer berappen. Wie hoch die Beträge dann nach der Grundsteuer-Reform sein werden, wird allerdings erst 2024 klar, wenn die Kommunen die Hebesätze für die Grundsteuer festsetzen.

Die Hebesätze der Kommunen sind ein wichtiger Faktor bei der Berechnung der Grundsteuer. So können Gemeinden dafür sorgen, dass die Einnahmen auch nach der Reform konstant bleiben. Ob dies dann auch so eintritt, ist jedoch noch offen. Expert:innen warnen, dass es auch sein kann, dass die Grundsteuer in manchen Regionen höher ausfallen wird als bisher.

Sascha Matussek, Steuerberater, Partner und Geschäftsführer bei der Kanzlei Winheller, sagte dem Handelsblatt: „Gerade in Ostdeutschland ist zu befürchten, dass die Grundsteuer erheblich teurer wird und sich teilweise verdoppelt oder verdreifacht.“ Denn vor allem in Ostdeutschland wurden bisher veraltete Werte zur Berechnung der Grundsteuer verwendet – und in den vergangenen Jahren haben Immobilien meist eine immense Wertsteigerung verzeichnet.

Allerdings haben Betroffene bis dahin noch etwas Zeit: Die Auswirkungen der Grundsteuer-Reform werden Mieter:innen erstmalig mit der Nebenkostenabrechnung für 2025 zu spüren bekommen, die 2026 von den Vermieter:innen verschickt wird. Diese sollten sie dann genau darauf prüfen, ob der Vermieter oder die Vermieterin die Änderungen bei der Grundsteuer richtig weitergibt.

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