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Grundsteuer-Erklärung sorgt für Ärger: Alle Informationen im Überblick

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Von: Fee Halberstadt

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Aufgrund der Grundsteuerreform müssen alle Eigentümerinnen und Eigentümer eine Erklärung an das Finanzamt übermitteln. Dabei gibt es offene Fragen.

Kassel – Die Grundsteuerreform ist kompliziert und führt zu viel Ärger, Verwirrung und offenen Fragen. Da alle Eigentümerinnen und Eigentümer dazu verpflichtet sind, die Grundsteuer-Erklärung abzugeben, müssen sich viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland damit beschäftigen.

Wir beantworten wichtige Fragen zur Grundsteuer-Reform:

Auf der Steuerplattform „Elster“ gab es am Sonntagabend Probleme. Grund dafür waren offenbar zahlreiche Anfragen bezüglich der neuen Grundsteuer-Regelung.
Die Grundsteuer-Erklärung kann über das Online-Portal „Mein ELSTER“ abgegeben werden. © Robert Günther/dpa

Wieso gab es eine Grundsteuer-Reform?

Im Jahr 2018 hat das Bundesverfassungsgericht das derzeitige System, mit dem die Grundsteuer bewertet wird, als verfassungswidrig erklärt. Der Grund war, dass es gegen das Gebot der Gleichbehandlung verstoße, das im Grundgesetz festgehalten ist. Diese steuerliche Ungleichheit liegt daran, dass sich die Werte von Grundstücken und Gebäude seit 1935 und 1964 im Osten und Westen unterschiedlich entwickelt haben.

„Das heißt, gegenwärtig können für vergleichbare Immobilien in benachbarter Lage erheblich unterschiedliche Grundsteuerzahlungen fällig werden“, erklärt das Bundesfinanzministerium. Mit der neuen Regelung ist das nicht mehr möglich.

Warum muss eine Grundsteuer-Erklärung abgeben werden?

Das neue Gesetzespaket zur Grundsteuerreform besteht aus drei Gesetzen. Eines davon ist das „Gesetz zur Reform des Grundsteuer- und Bewertungsrechts“. In ihm werden beispielsweise die neuen Bewertungsregeln zur Bestimmung der Grundsteuer festgehalten. Außerdem sieht es vor, dass der Grundbesitz in ganz Deutschland neu bewertet wird. Um das zu tun, müssen alle Eigentümerinnen und Eigentümer eine Erklärung an das Finanzamt übermitteln.

Grundsteuer-Reform: Was muss in der Erklärung angegeben werden?

Im Gegensatz zu vorher, wird die Grundbesitzsteuer in Zukunft mit wenigen Parametern ermittelt. Dazu zählen die Grundstücksfläche, der Bodenrichtwert, die Immobilienart, das Alter des Gebäudes und die Wohn-/Nutzfläche. Diese sollten sie somit parat haben. Vor der Reform nahmen mehr als 30 Faktoren Einfluss auf die Steuer. Unterlagen müssen nicht abgegeben werden. Bei Nachfragen kontaktiert das Finanzamt Betroffene.

Was in der Grundsteuer-Erklärung angegeben werden muss:
Grundstücksfläche
Immobilienart
Bodenrichtwert
Wohn-/Nutzfläche
Alter des Gebäudes
Quelle: Bundesfinanzministerium

Grundsteuer: Wo wird die Erklärung abgegeben?

Die Erklärung muss elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden und ist für alle Eigentümerinnen und Eigentümer verpflichtend. Mithilfe des Portals „Mein ELSTER“ kann das Formular ab dem 1. Juli 2022 ausgefüllt und abgegeben werden. Der elektronische Weg ist die einzige Möglichkeit für die Abgabe der Erklärung. Falls jemand nicht die Möglichkeit hat, sie elektronisch abzugeben, können Angehörige dabei helfen und beispielsweise den eigenen Elster-Zugang nutzen. Eine Abgabe der Erklärung in Papierform ist nur in Ausnahmefällen gestattet.

Außerdem gibt es ein zweites Portal, das verwendet werden kann, um die Erklärung einzureichen. Dieses ist jedoch nur für einfach gelagerte Sachverhalte verwendbar, beispielsweise unbebaute Grundstück, Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Zudem ist das nicht in allen Bundesländern möglich. Unter www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de kann diese eingereicht werden. Halten Sie bitte hier folgende Informationen bereit:

Grundsteuer-Erklärung ist verpflichtend: Welche Daten sind entscheidend?

Wichtig zu wissen ist, dass jede Eigentümerin und jeder Eigentümer die Grundsteuer-Erklärung bis zum 31. Oktober 2022 abgegeben haben muss. Die Formulare sind allerdings bereits seit dem 1. Juli 2022 verfügbar. Bis die neue Grundsteuer erhoben ist, dauert es jedoch. Bis zum Ende des Jahres 2024 wird die Grundsteuer nach dem aktuellen Stand berechnet und muss gezahlt werden. Ab dem 1. Januar 2025 gelten dann die neu ermittelten Beträge, erklärt das Bundesfinanzministerium.

Welchen Stand die Angaben in der Erklärung haben müssen, ist ebenfalls geregelt. Die Angaben bei Elster müssen sich auf die Besitzverhältnisse vom 1. Januar 2022 beziehen. Falls sie beispielsweise am 10. Februar 2022 ihr Haus verkauft haben und nun kein Eigentümer mehr sind, müssen sie trotzdem die Erklärung einreichen. Wichtig: Es gelten somit nicht die Verhältnisse, die an dem Tag herrschen, an dem Sie das Formular einreichen. (Fee Halberstadt)

In elf Bundesländern muss Elster nicht für die Grundsteuer-Erklärung genutzt werden.

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