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Grundsteuer-Erklärung: Wer darf die Elster-Alternative nutzen?

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Von: Vincent Büssow

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Die Grundsteuererklärung über Elster ist umfassend und komplex. Eine einfachere Alternative steht jetzt mehr Menschen zur Verfügung. Was steckt dahinter?

Berlin – Die Grundsteuererklärung bereitet derzeit vielen Menschen in Deutschland Kopfzerbrechen. Am 31. Oktober endet die Frist, an der Eigentümer:innen Angaben zu ihren Grundstücken beim Finanzamt einreichen müssen – und davon eine ganze Menge. Mitten im Laufe des Verfahrens gibt es jetzt eine Änderung, die das Bürokratie-Wirrwarr für viele vereinfachen kann.

Hintergrund der aktuellen Sachlage ist die Grundsteuerreform, die 2025 in Kraft treten soll. Da das Bundesverfassungsgericht das bisherige Ermittlungsverfahren der Abgabe im Jahr 2018 für verfassungswidrig erklärte, sind jetzt Millionen Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, aktuelle Angaben zu ihren Grundstücken zu machen. Dabei gibt es einiges zu beachten: Da es sich um einen außergewöhnlichen Prozess handelt, ist dieser entsprechend umfassend und komplex.

Die wichtigsten Fragen zur Grundsteuer beantwortet das Finanzamt Dachau (Symbolbild).
Vielen Eigentümer:innen in Deutschland bereitet die Grundsteuererklärung Kopfzerbrechen. Jetzt wurde eine einfachere Abgabe-Alternative freigegeben. (Archivbild) © Rene Traut / IMAGO

Alternative bei der Grundsteuererklärung: „Schnell. Unkompliziert. Kostenlos.“

Für viele war es bisher nur möglich, die Grundstückswerte über das Internetportal Elster anzugeben. Das Online-Finanzamt existiert seit 1996 und wird inzwischen zu großen Teilen für Steuererklärungen aller Art genutzt. Eigentümer:innen, die also bereits einen Zugang zu Elster hatten, waren aufgefordert, die Grundsteuererklärung auch dort abzugeben. Es gibt allerdings eine Alternative, die jetzt für wesentlich mehr Menschen zugänglich ist.

„Schnell. Unkompliziert. Kostenlos.“ Damit wirbt das Finanzministerium für die Seite www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de. Bisher war diese jedoch nur für einen Teil der Angesprochenen nutzbar. Eigentümer:innen mit Elster-Zertifikat durften ihre Grundsteuererklärung nicht über das eigens dafür vorgesehene Portal abgeben. Das ist jetzt anders.

Grundsteuererklärung: Einfache Alternative zu Elster steht zur Verfügung

Seit kurzem steht die Website auch Eigentümer:innen zur Verfügung, obwohl diese einen Elster-Zugang haben. Dies teilte die vom Bund gegründete Entwicklungseinheit Digital Service mit, die das Portal betreibt. Die Eingabe hier ist explizit für Privatpersonen mit einfachen Eigentumsverhältnissen vorgesehen, was sie für diese einfacher zu navigieren macht, als das breitgefächerte Elster. Das bedeutet jedoch auch, dass nach wie vor nur Besitzer:innen bestimmter Objekte die Seite nutzen können. Explizit gilt dies für Eigentümer:innen von unbebauten Grundstücken, Ein- oder Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen. Darüber hinaus ist das Portal nur in elf der 16 Bundesländer in Deutschland anwendbar: Hamburg, Niedersachsen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg sind davon ausgeschlossen.

Auch an anderer Stelle könnte noch eine Veränderung bei der Reform anstehen: Der Bund der Steuerzahler fordert eine Fristverlängerung für die Abgabe der Grundsteuererklärung. (vbu)

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