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Brief zur Grundsteuer: Was der Bescheid bedeutet und wie Sie reagieren sollten

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Von: Lisa Mayerhofer

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Wer seine Grundsteuererklärung schon abgegeben hat, wartet jetzt auf Post vom Finanzamt. Dabei sollten Eigentümer:innen die Bescheide unbedingt prüfen.

Berlin – Die Abgabefrist für die Grundsteuererklärung ist einmalig von Ende Oktober bis Ende Januar 2023 verlängert worden. Doch viele Eigentümer:innen haben ihre Erklärung schon abgegeben. Sie können sich darauf einstellen, bald einen Brief vom Finanzamt zu erhalten – oder haben diesen sogar schon bekommen.

Nach Abgabe der Grundsteuererklärung erhalten Eigentümer:innen drei Grundsteuermessbescheide

Insgesamt erhalten Eigentümer:innen, die ihre Grundsteuererklärung abgegeben haben, drei Grundsteuermessbescheide. Im ersten Brief befinden sich zwei davon: der Grundsteuerwertbescheid mit dem Grundsteuerwert und der Grundsteuermessbescheid mit dem Grundsteuermessbetrag. Erst im dritten Brief, der wahrscheinlich erst 2024 verschickt wird, erhalten die Betroffenen den tatsächlichen Grundsteuerbescheid und erfahren dann, wie viel Grundsteuer sie ab 2025 zahlen müssen.

Das ist aber kein Grund, die ersten beiden Bescheide links liegenzulassen. Wie das Nachrichtenportal focus.de berichtet, können Eigentümer:innen gegen den dritten Bescheid keinen Einspruch einlegen. Deshalb sollten Eigentümer:innen die Werte in den ersten beiden Bescheiden genau prüfen und kontrollieren, ob die Angaben richtig sind, wie merkur.de berichtet.

„Wer Fehler entdeckt, kann binnen eines Monats nach Bekanntgabe Einspruch beim Finanzamt einlegen“, sagt Claudia Kalina-Kerschbaum von der Bundessteuerberaterkammer gegenüber dem Nachrichtenportal chip.de. Spätere Reklamationen seien ausgeschlossen.

Neue Grundsteuer soll ab 2025 gelten

Ab 2025 soll die neue Grundsteuer-Berechnung gelten. Das hatte das Bundesverfassungsgericht gefordert, denn zuletzt kalkulierten die Finanzämter den Wert einer Immobilie auf Grundlage völlig veralteter Daten, von 1935 in Ostdeutschland und von 1964 in Westdeutschland. Für die Neuberechnung müssen jetzt fast 36 Millionen Grundstücke neu bewertet werden.

Die Steuerbehörden brauchen von allen Eigentümer:innen Daten, selbst wenn sie nur einen Kleingarten besitzen. Meist geht es um die Grundstücks- und Wohnfläche, die Art des Gebäudes, Baujahre und den sogenannten Bodenrichtwert, die in einer Art zusätzlicher Steuererklärung über die Steuersoftware „Elster“ oder ein Portal des Finanzministeriums hochgeladen werden müssen. Wie viel Grundsteuer die einzelnen Eigentümer:innen ab 2025 tatsächlich zahlen müssen, wird noch eine Weile offen bleiben. Denn das hängt entscheidend von den sogenannten Hebesätzen der Gemeinden ab. (lma/dpa)

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