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Grundsteuer-Erklärung: In elf Bundesländern müssen Sie nicht Elster nutzen

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Von: Tanja Koch

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Elster
Auf der Steuerplattform „Elster“ gab es am Sonntagabend Probleme. Grund dafür waren offenbar zahlreiche Anfragen bezüglich der neuen Grundsteuer-Regelung. © Marijan Murat / dpa

Private Eigentümer und Eigentümerinnen von Immobilien haben für die Grundsteuererklärung künftig eine Alternative zum Elster-Portal.

Berlin/Frankfurt – In den kommenden Monaten müssen Millionen von Immobilien- und Grundstücksbesitzern eine Erklärung zur Grundsteuer abgeben, offiziell auch „Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts”. Unter der Last der vielen User war deshalb kürzlich das Verwaltungsportal Elster zusammengebrochen. „Aufgrund enormen Interesses an den Formularen zur Grundsteuerreform kommt es aktuell zu Einschränkungen bei der Verfügbarkeit“, hieß es auf der Startseite des Portals.

Wie das Bundesfinanzministerium auf seiner Website erklärt, gibt es nun ein alternatives Portal, das Immobilienbesitzer:innen für „einfach gelagerte Sachverhalte“ nutzen können, also für unbebaute Grundstücke, Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen. Ausgenommen sind jedoch Bundesländer, die nicht das Bundesmodell anwenden. Auf der Startseite www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de können Verbraucher:innen alle Bundesländer einsehen, für die das Portal gilt.

Eigentümer:innen in diesen Ländern können das Portal nutzen
Berlin
Brandenburg
Bremen
Mecklenburg-Vorpommern
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Alternative zu Elster: Website für „Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts“ als Open-Source-Software entwickelt

Die Website wird vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) im Einvernehmen mit den Ländern, die das Bundesmodell anwenden, zur Verfügung gestellt und soll privaten Eigentümerinnen und Eigentümern ermöglichen, die Grundsteuererklärung kostenlos, selbständig, online und schnell abzugeben.

Entwickelt wurde sie von der DigitalService GmbH des Bundes, die auch bereits den Steuerlotsen www.steuerlotse-rente.de entwickelt hat, der seit 2021 online verfügbar ist. Aus Gründen der Transparenz und Nachnutzbarkeit wurde das neue Portal zur Grundsteuererklärung als Open-Source-Software entwickelt. Das heißt, der Quellcode ist vollständig auf Github - Digitalserviceverbund Grundsteuer einsehbar.

Neues Portal für die Grundsteuererklärung: Datenschutz hat Priorität

Bei der Abgabe der „Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts“ werden nur so viele Daten wie nötig abgefragt, sodass Sicherheit und Datenschutz gewährt sind. Nur wenn dies gesetzlich verpflichtet ist, speichert die Website Daten ab, wie das Finanzministerium erklärt. Die Übermittlung an die Finanzverwaltung erfolgt unter Einhaltung von sicherheitsrelevanten Aspekten. Zudem werden keine Daten zu anderen Zwecken als zur Grundsteuererklärung verwendet.

Millionen Besitzerinnen und Besitzer von Häusern, Wohnungen und Grundstücken sind von der neuen Pflicht betroffen, die Feststellungserklärung in elektronischer Form bei der Finanzverwaltung abzugeben. Dies muss zwischen dem 1. Juli und dem 31. Oktober erfolgen. An der Frist bis Ende Oktober hatte es bereits zuvor Kritik gegeben.

„Der Zeitplan war von Anfang an unrealistisch“, kritisierte der Präsident der Bundessteuerberaterkammer, Hartmut Schwab, in der „Welt“. Es sei nicht verwunderlich, dass die IT nicht mit der hohen Nachfrage zurechtkomme, es müsse weiterhin mit Störungen auf dem Portal gerechnet werden. Ob die neue Alternative zur Grundsteuererklärung via Elster dem entgegenwirken kann, bleibt abzuwarten. (tk/AFP)

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