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Grundsteuererklärung: Häufige Fehler können sehr teuer werden

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Von: Niklas Kirk

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Eine neue Steuer kommt: Die Grundsteuer wird ab 2022 neu berechnet. Die Änderungen betreffen Grundbesitzende sowie Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnungen und Häusern.
Eine neue Steuer kommt: Die Grundsteuer wird ab 2022 neu berechnet. Die Änderungen betreffen Grundbesitzende sowie Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnungen und Häusern. © Christoph Hardt/Imago

Zur Umsetzung der Grundsteuer-Reform werden bis Ende Oktober Grundsteuererklärungen fällig. Betroffene sollten sich über länderspezifischen Regeln informieren.

Frankfurt – Bis zum 31. Oktober 2022 läuft die Frist, bis dahin sind bundesweit die Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken, Häusern und Wohnungen aufgerufen, ihre Grundsteuererklärung abzugeben. Dies wird notwendig, um ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2018 umzusetzen. Um dabei teure Fehler zu vermeiden, gilt es bei der Erklärung einiges zu beachten.

Das Gericht hat das derzeitige System für verfassungswidrig erklärt, da es gleichartige Grundstücke unterschiedlich behandele und so gegen das im Grundgesetz verankerte Gebot der Gleichbehandlung verstoße. 2019 kam der Gesetzgeber der Pflicht zur Findung einer Neuregelung nach, wobei die Grundsteuer nach übergangsweise noch bis Ende 2024 nach dem alten Modell erhoben wird. Durch die eingeforderte Grundsteuererklärung werden die Weichen gestellt, um ab dem 1. Januar 2025 die Grundsteuer gemäß dem neuen Recht zu erheben und die Steuerreform abzuschließen.

Grundsteuererklärung: Notwendige Reform durch Urteil des Verfassungsgerichts

Da für die korrekte Umsetzung des Gesetzes nun die Eigentümerinnen und Eigentümer gefragt sind, werden sich aktuell viele Menschen im Land mit ihrer Erklärung beschäftigen. Zur Ermittlung des Werts, aus dem die Kommunen unter Beigabe des eigens festgelegten Hebesatzes die Grundsteuer ermitteln, sind typischerweise folgende Angaben zu machen:

Grundsteuererklärung: Fristversäumnis und falsche Angaben können teuer werden

Der Bodenrichtwert ist der Wert für einen Quadratmeter unbebauten Landes in der jeweiligen Kommune und wird unter anderem auch als Parameter zur Wertschätzung von Immobilien eingesetzt. Um diesen korrekt anzugeben, sollten Eigentümerinnen und Eigentümer darauf achten, die aktuellen Werte zu berücksichtigen. Diese sind bei den entsprechenden Bodenrichtwertinformationssystemen (BORIS) der Bundesländer online abrufbar. Sollten nämlich – wenn auch unbeabsichtigt – veraltete Angaben zum Bodenrichtwert gemacht werden, droht ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung.

Nicht betroffen von der eigenständigen Angabe der Bodenrichtwerte sind Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg, denn hier spielt der Wert keine Rolle bei der Grundsteuererklärung. In Hessen und Niedersachsen wird der Wert von der Finanzverwaltung eingeholt.

Auch von einer verzögerten Abgabe oder gar die Abgabe zu ignorieren sollten die Betroffenen absehen. Denn auch hier drohen Zusatzkosten, sollte man den Verpflichtungen nicht nachkommen. Gegenüber Bild sprach der auf Immobilien spezialisierte Steuerberater Dr. Leon Keul von Verspätungszuschlägen in Höhe von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, „aber mindestens 25 Euro im Monat“. Der Verband Privater Bauherren verweist im Falle des Verzugs auf die Gefahr von Behördenschätzungen, die sich nachteilig für Eigentümerinnen und Eigentümer auswirken können. (nki)

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