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Die Zahl der Gründungen gingen im vergangenen Jahr zurück.
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Die Zahl der Gründungen gingen im vergangenen Jahr zurück.

KFW-Studie

Gründungen: Das Virus als Sieb

  • Steffen Herrmann
    VonSteffen Herrmann
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Wegen der Corona-Pandemie haben im vergangenen Jahr weniger Menschen ein Unternehmen gegründet. Das kommt erwartet. Der KFW-Gründungsmonitor zeigt aber auch einige Überraschungen.

Auch Fachleute irren sich. Als Fritzi Köhler-Geib im vergangenen Jahr den KFW-Gründungsmonitor präsentierte, ging die Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank noch davon aus, dass es 2020 pandemiebedingt mehr Notgründungen geben würde: Dass also vielen Menschen keine andere Wahl bleiben könnte als zu gründen, etwa weil sie den Job verloren haben.

Ein Jahr vorgespult zeigt sich ein anderes Bild: Viele Menschen haben sich nicht aus Not selbstständig gemacht, sondern weil sie eine wirtschaftliche Chance erkannt haben. So sank der Anteil der Notgründungen an allen Existenzgründungen von 23 auf 16 Prozent. „Das Kurzarbeitergeld hat abfedernd gewirkt“, sagte Köhler-Geib bei der virtuellen Präsentation des Reports am Dienstag. Dagegen stieg der Anteil sogenannter Chancengründungen. Für Köhler-Geib ein Zeichen, dass die Pandemie Menschen „mit besonders starkem Gründungswillen“ ausgesiebt habe.

KFW-Studie: Weniger Gründungen wegen Pandemie

Insgesamt sank die Zahl der Existenzgründungen im ersten Pandemiejahr: Nur noch 537 000 Menschen machten sich 2020 selbstständig, ein Minus von elf Prozent zu 2019. Damit habe sich die Hoffnung auf eine Trendumkehr nicht erfüllt, sagte Köhler-Geib: Seit 2014 war die Zahl der Gründungen stetig gefallen, nur im Vorjahr hatte es einen leichten Anstieg gegeben.

Für den Gründungsmonitor befragen die Fachleute der KFW jedes Jahr rund 50 000 zufällig ausgewählte Menschen. Die diesjährigen Interviews brachten weitere Überraschungen: Frauen sind zwar stärker als Männer von Krisenfolgen wie Umsatzverlusten und Existenzsorgen betroffen. Die Zahl der Gründerinnen blieb aber stabil, während Männer deutlich weniger gründeten. „Frauen haben häufiger an der Gründung festgehalten und ihr Geschäftsmodell angepasst“, sagte Köhler-Geib.

Gründungen: „Transformation kein Selbstläufer“

Ebenfalls überraschend: Der Anteil der internetbasierten und digitalen Gründungen ist nicht gestiegen. „Ein Indiz dafür, dass die Transformation zur digitalen Wirtschaft kein Selbstläufer ist“, sagte Köhler-Geib.

Für das laufende Jahr wagte die Ökonomin eine optimistische Prognose: Der konjunkturelle Aufschwung gebe Rückenwind. Außerdem hätten viele Menschen ihre Gründung im vergangenen Jahr nicht aufgegeben, sondern nur aufgeschoben.

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