Start-up Monitor 2018

Gründer suchen nach Fachkräften

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Jungen Unternehmen fehlt es zunehmend an Informatikern.

Optimistisch, engagiert und mit der Bundesregierung unzufrieden – so beschreibt der Start-up Monitor den durchschnittlichen Gründer 2018. Sorgen bereitet den jungen Firmen vor allem der Fachkräftemangel. Auch die Bürokratie könnte ihnen zufolge einfacher ausfallen.

1550 Datensätze sind in die Erhebung der Universität Duisburg-Essen eingeflossen. Repräsentativ ist die Studie im Auftrag des Bundesverbands Deutsche Start-ups nicht. Doch weil der Verband nur 8000 junge, innovative Unternehmen mit meist mehreren Mitarbeitern als Startups wertet, ist sie einigermaßen aussagekräftig. Zumal die mittlerweile sechste Erhebung auch Einblicke in Entwicklungen ermöglicht.

Die zentrale Botschaft: „Der Mangel an Fachkräften ist bei den Start-ups angekommen“, sagte der Studienleiter Tobias Kollmann bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin. Drei von vier Befragten berichten von Schwierigkeiten bei der Einstellung von Informatikern, auch die Zahl der Gründer mit naturwissenschaftlichen Vorkenntnissen nahm um etwa ein Drittel ab. Für Kollmann ein Grund, an die Regierung zu appellieren: Die Gründer in Deutschland bräuchten eine bessere Ausbildung im Mint-Bereich. Und kurzfristig müsse die Einwanderung von qualifizierten Mitarbeitern erleichtert werden.

Den zu knapp 70 Prozent im Digital-Bereich angesiedelten Start-ups würde das entgegenkommen: Dem Monitorbericht zufolge planen die Unternehmen durchschnittlich 6,5 Neueinstellungen, im Schnitt beschäftigen sie derzeit 12,4 Angestellte, etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Weiterhin gilt, dass überproportional viele befragte Start-ups in Metropolen sitzen. Die „Gründungshotspots“ Berlin, Hamburg, München, das Ruhrgebiet sowie die Region um Stuttgart und Karlsruhe machen 46 Prozent der Firmensitze aus.

Die Förderung des jeweiligen Gründungsstandortes bewerten die Start-ups sehr unterschiedlich: Mit der Schulnote 2,9 kommt das Bundesland Thüringen trotz seiner geringen Zahl an Gründungen am besten weg. Während die meisten Länder zwischen einer drei und einer vier liegen, schneidet Niedersachsen mit 4,2 am schlechtesten ab.

Für Standortentscheidungen zentral ist zunehmend die Verfügbarkeit von schnellem Internet. Das Vorhandensein regionaler Cluster, also oft kommunal unterstützter Netzwerke für Gründer, tritt hingegen in den Hintergrund. Zwei Drittel der befragten Firmen sind in keinem Cluster aktiv, im Vorjahr waren es weniger als die Hälfte. Bewertet wurden die Cluster allerdings überwiegend positiv.

So schlecht wie nie zuvor bewerten die Gründer die Arbeit der Bundesregierung: Statt einem befriedigend in den Vorjahren gibt es nun nur noch ein ausreichend auf der Notenskala. Fast drei Viertel der Befragten wünschen sich von der großen Koalition mehr Engagement beim Bürokratie-Abbau, knapp 40 Prozent außerdem einen zügigeren Breitbandausbau.

Zudem für 42 Prozent zentral: zusätzliche Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung. Zuletzt sei ein Rückgang beim Wagniskapital zu beobachten gewesen, berichtete Tim Dümichen von der an der Studie ebenfalls beteiligten Wirtschaftsberatung KPMG. Wichtigste Quellen bleiben eigene Ersparnisse und staatliche Fördermittel sowie Freunde und Familie.

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