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Freie Fahrt für freie Bürger: Autos auf der A7 in Niedersachsen.

Klimaschutz

Großer Zulauf für Fridays for Hubraum

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Gegenbewegung zu Fridays for Future: Mehr als eine halbe Million Auto-Fans verbünden sich gegen die aktuelle Klimaschutzpolitik.

Klimaschutz ist das Thema unserer Zeit. Seither sprießen unzählige Gruppierungen wie Champignons aus dem Boden. Das Ziel ist klar: Das Klima retten. Die Schülerbewegung Fridays for Future skandiert: „Es gibt kein Recht SUV zu fahren“.

Nun schlägt eine neue Bewegung den konträren Weg ein. Sie nennt sich Fridays for Hubraum und versteht sich als Gegenbewegung zu der von Greta Thunberg initiierten Klimabewegung. Für das Auto und gegen Klimahysterie ist ihr Ziel, denn geplante CO2–Abgaben und erhöhte Strompreise würden Autofahrer belasten. Und der Zulauf ist immens. Mehr als eine halbe Million Mitglieder zählt die nur auf Anfrage zugängliche Facebook-Gruppe aktuell.

Autofans, Pendler und Mitarbeiter der Automobilindustrie sind die Mitglieder. Doch zu ihnen gesellen sich Radikale und Trolle, die die Seite mit Hassbotschaften fluten. Wegen rechter Parolen und Gewaltaufrufen wurde die Gruppe zwischenzeitlich abgeschaltet. Das Hassobjekt Nummer eins war Greta Thunberg. In unzähligen Posts wurde sie verunglimpft.

Es brauchte einen zweiten Anlauf. Seit knapp einer Woche ist die Gruppe nun wieder im Netz. Klare Regeln, mehr Moderatoren und feste Zeiten, in denen kommentiert werden kann, sollen den internen Umgang und die Atmosphäre in der Community verbessern. „Das Chaos muss aufhören“, sagt der Initiator der Hubraum-Bewegung, Christoph Grau, in einem Facebook-Video und distanziert sich von rechtem Gedankengut. Die Gruppe stehe „für eine alternative, vernünftige CO2-Vermeidungs- und Umweltpolitik.“ Sie sei keine Bewegung von Leugnern des Klimawandels.

Extinction Rebellion

Die Klima-Proteste gewinnen an Schärfe. Ab der kommenden Woche will die Gruppierung Extinction Rebellion (Aufstand gegen das Aussterben) den Verkehr in der Hauptstadt blockieren und so die Regierung in Sachen Klimapolitik unter Druck setzen. Tausende Menschen wollen nach Angaben der Organisatoren nach Berlin kommen – aus ganz Deutschland, Polen, Dänemark und Schweden. „Wir sehen kein anderes Mittel, um die Katastrophe aufzuhalten“, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Die Blockaden sollen demnach mindestens eine Woche dauern. (rnd)

Aber warum der Erfolg der Gruppe? „Wir müssen einen Nerv getroffen haben“, sagte Grau. E-Auto, alternative Treibstoffe und freier ÖPNV sind die Streitpunkte in der Klimadebatte. Doch was ist mit den Millionen Autofahrern mit Verbrennungsmotoren? Diese Lücke schließt die Bewegung.

Vor allem die AfD macht sich das Anliegen der Gruppe zunutze. Während sie für die Hubraum-Bewegung im Netz wirbt, wettert sie im gleichen Atemzug gegen die Klimapolitik der Regierung.

Der Annahme, dass es an einer Interessenvertretung der individuellen Mobilität in Deutschland mangelt, widersetzt sich der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC). Der Verband fordert einen Mittelweg: Bezahlbare Mobilität erhalten und Emissionen senken. „Der ADAC priorisiert den Klimaschutz und die Verkehrssicherheit ebenso hoch wie das grundsätzliche Bedürfnis der Menschen nach bezahlbarer individueller Mobilität.“

Geplante CO2–Abgaben, die die Hubraum-Bewegung verteufelt, bewertet der ADAC wie folgt: „Aus unserer Sicht ist es richtig, für den nationalen CO2-Zertifikatehandel einen zeitlich gestreckten Mechanismus gewählt zu haben, der dem Verbraucher Zeit gibt, beim nächsten Kauf eines neuen oder gebrauchten Pkw ein emissionsärmeres Modell zu wählen.“

In ihrer „Agenda“ fordern die Macher der Hubraum-Bewegung „ein Abschaffen sogenannter Organisationen wie der Deutschen Umwelthilfe“. Auf Anfrage sagte eine Sprecherin der Umwelthilfe, dass man sich nicht zu dem Vorgang äußere. Es sei allerdings nicht das erste Mal, dass man solchen Provokationen ausgesetzt sei. Auch der Verband der Deutschen Automobilindustrie wollte sich nicht zur Hubraum-Bewegung äußern.

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